Eckart Hangg: Mit 59 Jahren zum Lokführer – Ein Traum wird Realität
Heute ist der 13.06.2026, und im malerischen Ortenaukreis gibt es einen besonderen Grund zur Freude. Eckart Hangg, ein 59-jähriger Mann aus Willstätt, hat sich einen lang gehegten Traum erfüllt: Er beginnt eine Ausbildung zum Lokführer bei der Südwestdeutschen Landesverkehrs-GmbH (SWEG) in Offenburg. Ein Traum, der wie die Schienen der Bahn, die er nun befahren wird, geradewegs in die Realität führt. Verantwortung, Konzentration und Schichtdienst – das alles gehört zum neuen Job, aber Hangg ist bereit, sich dieser Herausforderung zu stellen. Schließlich hat er die Weichen für eine neue Lebensphase gestellt!
Mit einem modernen Batteriehybridzug, dem „Mireo Plus B“, macht er sich auf die Reise. Dieser Zug ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein umweltfreundlicher Beitrag zum Bahnverkehr, da er Strom aus Oberleitungen und eingebauten Batterien bezieht. Seit dem Frühjahr sind diese Züge im Ortenaukreis im Einsatz und bringen frischen Wind ins Regionalverkehrsnetz. Hangg hat einen erfahrenen Kollegen an seiner Seite, der ihm hilft, die komplexen Regeln und Abläufe im Führerstand zu meistern. Denn auf Bahnübergänge, Signale und Höchstgeschwindigkeiten muss er mit wachsamer Aufmerksamkeit achten.
Ein neuer Lebensabschnitt
Das Lernen der Regeln empfindet Hangg als herausfordernd – als ob er eine neue Sprache lernt, sagt er. Diese Metapher bringt es gut auf den Punkt! Schließlich geht es nicht nur um das Fahren, sondern auch um die Sicherheit der Passagiere. Dank moderner Sicherheitsmechanismen, wie automatischen Schnellbremsungen, fühlt er sich kompetent und bereit für diese Verantwortung. Und obwohl er mit 59 Jahren als Quereinsteiger in die Ausbildung startet, sieht die SWEG keinen Nachteil in seinem Alter. Im Gegenteil: Ältere Azubis bringen Lebenserfahrung und eine gewisse Ruhe mit, die in Stresssituationen Gold wert ist.
Witzig ist auch, dass Hangg sich nicht einmal bewerben musste. Der Geschäftsführer der SWEG kannte ihn bereits und wusste von seinem Traum, Lokführer zu werden. Manchmal ist es eben doch von Vorteil, wenn man ein wenig Glück hat. Die Ausbildung läuft bis September, und nach erfolgreichem Abschluss darf er allein im Führerstand fahren. Die Dauer seiner Tätigkeit hängt dann nur noch von der Entscheidung des Bahn-Betriebsarztes ab. Hangg hat jedoch klar gesagt, dass er so lange arbeiten möchte, wie er gesund ist – eine Einstellung, die viele junge Kollegen sicherlich als Vorbild nehmen können.
Ein wertvoller Beitrag im Fachkräftemangel
In Zeiten des Fachkräftemangels sind Quereinsteiger wie Hangg besonders wertvoll. Jährlich schließen etwa 20 Quereinsteiger bei der SWEG in Baden die Ausbildung zum Triebfahrzeugführer ab. Allerdings dürfen sie nur Personen- und keine Güterzüge fahren. Das ist ein kleiner Wermutstropfen, aber für Hangg zählt vor allem die Erfüllung seines Traums. Es ist immer wieder inspirierend zu sehen, wie Menschen, egal in welchem Alter, neue Wege einschlagen und sich Herausforderungen stellen. Das macht Mut und zeigt, dass es nie zu spät ist, seine Träume zu verwirklichen – und sei es auch nur, um die Landschaft von oben im Führerstand eines Zuges zu betrachten.
Die Geschichten von Quereinsteigern wie Eckart Hangg sind es, die den Beruf des Lokführers in einem neuen Licht erscheinen lassen. Sie bringen frischen Wind und eine andere Perspektive in die Branche, die oft von jungen Menschen dominiert wird. Und vielleicht wird Hangg eines Tages seine Erfahrungen an die nächste Generation weitergeben, wenn er selbst die Weichen für die Zukünftigen stellt. Das ist das Schöne an der Bahn – die Reise ist nie zu Ende.
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