In der Nacht, wenn die Welt still und die Sterne funkeln, kann es für manche Kinder zu einem beängstigenden Erlebnis kommen. Da gibt es den Nachtschreck – oder wie die Experten sagen, Pavor nocturnus. Einfach gesagt, es ist eine Schlafstörung, die vor allem die Jüngsten unter uns betrifft. Aber was genau passiert da eigentlich im Dunkeln? Und wie geht man als Elternteil damit um? Das sind Fragen, die viele Menschen beschäftigen.

Alpträume kennt wohl jeder. Diese bedrohlichen Traumbilder, die uns nachts den Schlaf rauben und uns am nächsten Morgen noch in den Bann ziehen. Aber der Nachtschreck ist etwas ganz anderes. Während Albträume oft in der REM-Phase des Schlafs auftreten und meist mit Erinnerungen verknüpft sind, geschieht der Nachtschreck in den ersten zwei bis drei Stunden nach dem Einschlafen. Da schrecken Kinder plötzlich auf, haben die Augen weit geöffnet, wirken panisch und sind doch nicht richtig wach. Sie schreien, weinen und können nicht angesprochen werden – das ist ein Anblick, der das Herz der Eltern schwer macht.

Was ist Pavor nocturnus?

Diese nächtlichen Aufschreie sind kein Grund zur Panik, auch wenn sie oft so wirken. Etwa 1 bis 6 % der Kinder zwischen zwei und sechs Jahren erleben gelegentlich solche Episoden. Besonders häufig sind Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren betroffen. Jungen sind in der Regel häufiger betroffen als Mädchen. Interessanterweise erinnern sich die kleinen Betroffenen am nächsten Morgen nicht an die Ereignisse der Nacht. Sie sind einfach wieder eingeschlafen, als wäre nichts geschehen.

Die Symptome sind oft dramatisch: schnelles Herzklopfen, kalter Schweiß und manchmal sogar unkontrollierte Bewegungen. Eltern finden ihre Sprösslinge häufig schweißgebadet vor, und das kann schon mal für einen Schreckmoment sorgen. Doch es gibt keinen Grund zur Sorge – Nachtschreck ist in der Regel harmlos und hat nichts mit Albträumen zu tun. Es ist eher eine Übererregung des Nervensystems, oft ausgelöst durch Stress oder Schlafmangel.

Ursachen und Empfehlungen für Eltern

Die Ursachen sind zwar nicht genau geklärt, aber es gibt einige Faktoren, die als mögliche Auslöser gelten: Fieber, emotionale Belastungen, familiäre Veranlagung oder auch ungewohnte Schlafumgebungen. Eltern sollten in solchen Momenten Ruhe bewahren – eine herausfordernde Aufgabe, das weiß jeder, dessen Kind plötzlich im Bett sitzt und schreit. Das Wichtigste? Den kleinen Liebling nicht aufwecken! Es wird empfohlen, abzuwarten, bis sich das Kind selbst beruhigt. Sicherheit ist oberstes Gebot: Hindernisse im Schlafzimmer sollten beseitigt werden, damit das Kind sich nicht verletzt.

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Wenn solche Nachtschreck-Episoden häufiger als einmal pro Woche auftreten oder das Kind im Alltag stark erschöpft wirkt, könnte es sinnvoll sein, einen Arzt aufzusuchen. Manchmal können auch psychotherapeutische Maßnahmen zur Stressreduktion hilfreich sein, wenngleich Medikamente eher die Ausnahme darstellen.

Die gute Nachricht

Die Prognose für die meisten Kinder ist günstig. Viele wachsen aus der Störung heraus, und die Anfälle verschwinden oft nach der Pubertät. Dennoch ist es wichtig, auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen. Feste Schlafzeiten, entspannende Abendrituale und eine ruhige Schlafumgebung können helfen, damit die Nacht nicht zu einem Schauplatz des Schreckens wird. Es gibt kein Patentrezept, aber kleine Veränderungen können oft Großes bewirken – und das ist ja schon mal ein guter Anfang.

Der Nachtschreck mag beängstigend sein, sowohl für die kleinen Helden als auch für ihre Eltern. Aber mit etwas Verständnis, Geduld und der richtigen Herangehensweise kann die Nacht wieder zu einem Ort der Ruhe werden. Denn letztlich sind Kinder wie kleine Abenteurer, die sich auch im Schlaf ihren Herausforderungen stellen – und manchmal einfach ein wenig Unterstützung brauchen.

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