In Mannheim und Umgebung wird ein neues Sicherheitskonzept in den Regionalzügen getestet, das für mehr Schutz und Sicherheit sorgen soll. Ab dem 13. April 2023 setzt DB Regio Mitte zwei Kundenbetreuer pro Zug ein, um kritische Situationen schneller zu entschärfen. Dieses Pilotprojekt ist eine Reaktion auf den tragischen tödlichen Angriff auf den Kundenbetreuer Serkan Çalar im Februar und zielt darauf ab, das Zugpersonal besser zu schützen.
Die ersten Erfahrungen aus der ersten Woche des Projekts sind vielversprechend. Die Rückmeldungen der Mitarbeitenden deuten darauf hin, dass Konflikte durch das gemeinsame Auftreten der Kundenbetreuer schneller beruhigt werden können. Eine umfassende Bewertung der Maßnahme ist zwar noch nicht möglich, doch die positiven Signale der ersten Testergebnisse sind ein wichtiges Indiz für die Akzeptanz des Modells bei Fahrgästen und Personal.
Rotierende Doppelbesetzung für mehr Sicherheit
Das Pilotprojekt wird in verschiedenen Netzen durchgeführt, darunter die S-Bahn Rhein-Neckar, das Dieselnetz Südwest, mehrere Pfalznetze sowie der Regionalexpress Süwex und Verbindungen entlang der Mosel, im Saarland und in der Westpfalz. Die Doppelbesetzung erfolgt mit vorhandenem Personal, was bedeutet, dass einige Züge doppelt besetzt sind, während andere ohne Zugbegleitpersonal verkehren. Dies gewährleistet, dass keine Strecke dauerhaft ohne Zugpersonal bleibt, da die Einsätze regelmäßig rotieren.
DB Regio plant zudem, gemischte Teams aus Kundenbetreuung und Sicherheitspersonal zu prüfen, um die Sicherheit weiter zu erhöhen. Während in Hessen weiterhin eine einzelne Kundenbetreuerin oder ein einzelner Kundenbetreuer pro Zug eingesetzt wird, läuft im Rhein-Main-Gebiet das Pilotprojekt „Tandemstreife“, bei dem zusätzliches Sicherheitspersonal die Kundenbetreuung begleitet. Diese Vereinbarung gilt bis Ende Juni.
Finanzielle Unterstützung und Ausblick
Die Mobilitätsministerinnen Katrin Eder (Rheinland-Pfalz) und Petra Berg (Saarland) haben angekündigt, dass sie die finanziellen Spielräume für diese Projekte prüfen werden. Die Dauer des Tests für die Doppelbesetzung ist noch offen, und die Ergebnisse sollen als Grundlage für dauerhafte Personalkonzepte im Regionalverkehr dienen.
Insgesamt zeigt das Pilotprojekt, dass die Deutsche Bahn mit innovativen Lösungen auf die Herausforderungen im Nahverkehr reagiert und das Wohl der Fahrgäste und des Personals in den Mittelpunkt rückt. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Maßnahmen langfristig auf die Sicherheit im Zug auswirken werden.