Heute ist der 18.05.2026 und wenn wir uns die aktuelle Kriminalstatistik für Lörrach, Steinen und Inzlingen anschauen, wird schnell klar, dass die Sicherheitsthematik hier einen hohen Stellenwert hat. Der neue Revierleiter der Polizei Lörrach, Christian Schmidt, und sein Stellvertreter Christian Pfaff haben nun die Zahlen präsentiert. Insgesamt wurden 5025 Straftaten registriert: 4524 in Lörrach, 446 in Steinen und 55 in Inzlingen. Das klingt erst einmal viel, aber in den gewalttätigen Delikten gab es eine positive Wendung. Gewaltdelikte sind um knapp 15 Prozent zurückgegangen, was eine erfreuliche Entwicklung ist, gerade wenn man bedenkt, dass Gewalt gegen die Polizei und Körperverletzungen ebenfalls inbegriffen sind.

Doch während die allgemeinen Gewaltdelikte abnehmen, sehen wir einen besorgniserregenden Trend: Die Partnergewalt nimmt kontinuierlich zu. Das könnte daran liegen, dass mehr Menschen bereit sind, häusliche Gewalt anzuzeigen. Die Dunkelziffer bleibt allerdings hoch – ein trauriges Faktum, das uns ins Nachdenken bringt. Die Aufklärungsquote für alle Straftaten lag im Jahr 2025 bei beeindruckenden 100 Prozent, jedoch nur etwa 21 Prozent bei Straßenkriminalität. Und genau dort gibt es einen besorgniserregenden Anstieg – Straßenkriminalität ist im Vergleich zum Vorjahr um über 17 Prozent gestiegen.

Diebstähle und Wohnungseinbrüche: Ein kritisches Thema

Die Polizei hat die Präsenz im öffentlichen Raum, vor allem am Bahnhofsplatz, erhöht, was sicherlich eine gute Maßnahme ist. Doch die Zahlen der Diebstähle sind mit 1626 Fällen immer noch hoch. Ein Lichtblick ist der Rückgang bei Ladendiebstählen um 15 Prozent. Aber die Fahrrad-Diebstähle sind auf ein Fünf-Jahres-Hoch von 371 Fällen gestiegen, was viele Radfahrer in der Region beunruhigen dürfte. Besonders die hochwertigen E-Bikes sind bei den Dieben beliebt – ein echtes Nervenbündel für die Besitzer.

Und die Wohnungseinbrüche? Die Zahl stieg auf 27, was einen Anstieg von sieben im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Darunter waren auch 11 vergebliche Versuche. Das macht einem schon ein bisschen mulmig, wenn man darüber nachdenkt, dass man tagtäglich in seiner eigenen Wohnung ist. Vermögens- und Fälschungsdelikte haben ebenfalls zugenommen, besonders Enkeltrickbetrug durch professionelle Banden – ein Thema, das vielen älteren Menschen Sorgen bereitet. Über 80 Prozent der Tatverdächtigen sind Erwachsene, während 7 Prozent Heranwachsende, 9 Prozent Jugendliche und 3 Prozent Kinder sind. Und von 2095 verübten Straftaten waren 1134 (54,1 Prozent) nichtdeutsche Tatverdächtige.

Die Lage im Landkreis Lörrach

<pDie Kriminalitätsrate im Landkreis Lörrach bleibt trotz einer allgemeinen Senkung in einigen Bereichen weiterhin hoch. 2024 wurden 26.124 Straftaten registriert, von denen 44,2 Prozent Verstöße gegen das Ausländerrecht waren. Das ergibt eine Häufigkeitszahl von 6.608 Straftaten pro 100.000 Einwohner – damit hat Lörrach die höchste Kriminalitätsbelastung in ganz Baden-Württemberg. Der Rückgang der Straftaten um 4,5 Prozent ist zwar ein positives Zeichen, doch ohne die Verstöße gegen das Ausländerrecht liegt der Rückgang sogar bei 9,6 Prozent.

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Die Aufklärungsquote im Kreis Lörrach ist mit 62,1 Prozent über dem Landesdurchschnitt, aber dennoch bleibt ein gewisser Anteil an Kriminalität, der nicht aufgeklärt wird. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der Gewaltdelikte um 6,5 Prozent auf 1.447 Fälle – das ist der Höchststand der letzten zehn Jahre. Im gesamten Präsidiumsbereich stiegen die Gewaltdelikte um 8,2 Prozent. Zudem gab es 84 Messerangriffe im Kreis Lörrach. Erfreulicherweise liegt die Aufklärungsquote bei diesen Delikten bei hohen 88 Prozent.

Ein Blick in die Zukunft

Die Situation erfordert eine kontinuierliche Beobachtung. Der Anstieg der Jugendgewalt ist zwar im Präsidiumsbereich 2024 deutlich zurückgegangen, doch die geplanten Häuser des Jugendstrafrechts in Lörrach, Emmendingen und Freiburg zur Bekämpfung von Jugendkriminalität zeigen, dass es hier noch Handlungsbedarf gibt. Unklar bleibt, wann genau das Haus des Jugendstrafrechts in Lörrach eröffnet wird. Währenddessen zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik auf Bundesebene für 2025, dass es allgemeine Rückgänge bei der Gewaltkriminalität gibt, insbesondere bei Raubdelikten. Aber auch hier müssen wir aufpassen: Der Anstieg bei Sexualdelikten und Wohnungseinbruchdiebstahl ist nicht zu ignorieren.

So bleibt die Kriminalitätslage in Lörrach spannend und herausfordernd. Die Polizei bleibt am Ball, und wir alle sollten ein waches Auge auf unser Umfeld haben. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Sicherheit in unserer Region zu verbessern.