Heute ist der 26.06.2026 und in Lörrach, wo die Sonne strahlt und die Freibäder aus allen Nähten platzen, brodelt es mal wieder in der Schwimmszene. Ein heftiger Streit um die Badekleidung ist entbrannt, und das nicht nur hier, sondern auch in anderen Teilen Deutschlands. Der Burkini, ein Kleidungsstück, das für viele zur Sommerzeit dazugehört, wird in einigen Bädern zum Problem. Während in Genf ein neues Gesetz, das im März 2026 in Kraft tritt, das Tragen von Kleidung, die Arme oder Knie bedeckt, verbietet, bleibt die Situation in Deutschland deutlich differenzierter.

In Deutschland gibt es kein landesweites Burkini-Verbot, aber einige Kommunen haben ihre Badeordnungen angepasst. Ein Beispiel dafür ist Müllheim: Hier dürfen Badegäste keine Bikinis oder Burkinis tragen, die über Ellenbogen oder Knie reichen. Diese Regelung, die von Bürgermeister Martin Löffler (SPD) mit Verweis auf Hygienevorschriften und Wasserqualität begründet wird, sorgt für Verwirrung unter den Badegästen. Die Filtersysteme der Freibäder haben in der vergangenen Saison tadellos funktioniert, und dennoch scheint die Angst vor Hygieneproblemen zu überwiegen.

Regeln in Lörrach und Müllheim

In Lörrach, wo die Schwimmerinnen und Schwimmer sich im Parkschwimmbad tummeln, gelten ebenfalls strikte Regeln. Frauen müssen dort enganliegende Badekleidung tragen, die bis zu den Ellenbogen und zum Knie reicht. Männer haben es da auch nicht leichter – ihnen bleibt nur die Wahl enganliegender Badehosen, die maximal bis zum Knieansatz reichen. Weite Badeshorts sind hier schlichtweg untersagt. Burkinis haben in beiden Freibädern, also auch im Freizeit- und Familienbad Müllheim, keinen Platz.

Die Regelungen in Lörrach, die gemeinsam von Politik und Verwaltung erarbeitet wurden, sollen die Wasserqualität verbessern und die Hygiene erhöhen. Positiv zu vermerken ist, dass die Akzeptanz unter den Badegästen nach der Einführung dieser Regeln gestiegen ist. In Müllheim dürfen immerhin Badeshorts ohne Taschen getragen werden – ein kleiner Lichtblick inmitten dieser strengen Vorschriften. Komischerweise haben die Badegäste in den Bädern wenig Probleme mit den neuen Regelungen, auch wenn immer wieder Fragen zu Badeshorts mit Taschen und Neoprenanzügen auftauchen.

Missverständnisse und Irritationen

Ein TikTok-Video, das kürzlich die Runde machte, verbreitete die falsche Nachricht über einen deutschlandweiten Dresscode, basierend auf einem gefälschten Post der Polizei Berlin. Die Polizei selbst stellte schnell klar, dass das Posting nicht von ihnen stammt. Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e.V. erklärte, dass die Betreiber der Schwimmbäder selbst entscheiden können, welche Badekleidung erlaubt ist. Ein einheitlicher Dresscode in Deutschland ist also nicht in Sicht.

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Das sorgt natürlich für Irritationen, nicht zuletzt wegen der Zugangsbeschränkungen für Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse in einigen Bädern. Die Diskussion um die Badekleidung zeigt, wie unterschiedlich die Meinungen sind und wie vielfältig die Regelungen in den verschiedenen Regionen ausfallen. Während in München der Burkini in städtischen M-Bädern erlaubt ist, solange er aus schwimmtauglichem Material besteht, bleibt die Frage offen, ob diese Regelungen nicht zu einer Spaltung der Badegäste führen.

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