Heute ist der 2.03.2026 und in Baden-Württemberg rückt die Landtagswahl am 8. März 2026 näher. Die Wählerinnen und Wähler haben dabei die Möglichkeit, ihre Stimme auf zwei Arten abzugeben. Die Erststimme wird für einen Direktkandidaten im jeweiligen Wahlkreis vergeben und befindet sich links auf dem Stimmzettel. Die Zweitstimme, die für die Landesliste einer Partei genutzt wird, findet sich rechts. Diese Stimmen sind entscheidend: Das Direktmandat für den Abgeordneten wird durch die meisten Erststimmen im Wahlkreis bestimmt, während die Zweitstimmen die Sitzverteilung im Landtag, der aus 120 Sitzen besteht, beeinflussen. Wichtig zu beachten ist, dass eine Partei mindestens 5 % der gültigen Zweitstimmen erreichen muss, um an der Sitzverteilung teilnehmen zu können. Überzählige Sitze werden dabei aus der Landesliste der Partei besetzt, und Direktmandate bleiben erhalten, auch wenn mehr Direktmandate als Sitze aus Zweitstimmen vorhanden sind. Informationen zur Stimmabgabe sind auf der Webseite der Landesregierung zu finden, die auch über die Wahlbenachrichtigung die Barrierefreiheit von Wahlräumen thematisiert.
Die Stimmabgabe selbst erfordert eine eindeutige Kennzeichnung, sei es durch ein Kreuz oder eine andere klare Markierung. Änderungen an Wahlvorschlägen führen zur Ungültigkeit der Stimme, und es ist wichtig zu wissen, dass die Erst- und Zweitstimme unabhängig voneinander abgegeben werden können. Stimmen, die nicht abgegeben werden, zählen als ungültig. In Baden-Württemberg gibt es insgesamt 70 Wahlkreise, die unterschiedliche Kreiswahlvorschläge beinhalten, während die rechte Spalte für die Zweitstimme einheitlich ist. Die Wahlzeit am 8. März 2026 ist von 8:00 bis 18:00 Uhr.
Barrierefreiheit im Wahlsystem
Ein besonders wichtiger Aspekt der bevorstehenden Wahl ist die Barrierefreiheit. Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit hat im November 2024 eine Handreichung mit dem Titel „Barrierefreie Wahllokale“ veröffentlicht, die das Ziel verfolgt, die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Wahlrecht zu fördern. Diese Handreichung richtet sich an alle, die Wahlen in Städten und Gemeinden planen und durchführen, und enthält umfassende Empfehlungen zur Überprüfung der Barrierefreiheit der Wahllokale. Darunter fallen unter anderem die barrierefreie Erreichbarkeit des Wahllokals, die Ausstattung im Wahllokal sowie die Verwendung von Piktogrammen zur besseren Orientierung. Die Handreichung ist als PDF verfügbar und bietet zehn Checklisten zur Unterstützung des Wahlablaufs. Informationen zur Barrierefreiheit sind auch in Leichter Sprache erhältlich, was die Zugänglichkeit weiter verbessert. Zudem können blinde und sehbehinderte Wähler Stimmzettelschablonen und Audio-CDs anfordern, um ihre Stimmabgabe zu erleichtern.
Die politische Teilhabe ist ein zentrales Grundrecht für alle Menschen, unabhängig von Behinderung oder Unterstützungsbedarf. Seit dem Inkrafttreten des inklusiven Wahlrechts am 16. Mai 2019 dürfen Menschen mit rechtlicher Betreuung uneingeschränkt wählen, sowohl im Wahllokal als auch bei der Briefwahl. Materialien in Leichter Sprache, wie das Heft „Wahlen schnell erklärt! Ihre Stimme zählt!“ von der Landeszentrale für politische Bildung NRW, helfen dabei, die Wahlvorbereitung zu erleichtern. In Nordrhein-Westfalen werden verschiedene Initiativen gefördert, um die politische Teilhabe zu unterstützen, wie etwa das Politcafé Wuppertal und der inklusive politische Stammtisch „selbstverständlich-politisch“ in Solingen. Diese Projekte verwenden leicht verständliche Unterlagen und inklusive Workshops, um die demokratische Beteiligung zu fördern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die bevorstehende Landtagswahl in Baden-Württemberg nicht nur eine Gelegenheit für alle Bürgerinnen und Bürger ist, ihre Stimmen abzugeben, sondern auch ein Schritt in Richtung einer inklusiveren Gesellschaft. Barrierefreie Wahllokale, unterstützende Materialien und inklusive Projekte sind bedeutende Maßnahmen, um sicherzustellen, dass niemand aufgrund von Einschränkungen von der Teilnahme an Wahlen ausgeschlossen wird. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Webseite der Bundesfachstelle Barrierefreiheit.