Am 23. April 2026 fand in Konstanz die 19. Ausgabe von „Klimperquatschen“ statt, eine Veranstaltung, die rund 150 Gäste anlockte. Das Thema des Abends war der Zustand der Natur in der Umgebung von Konstanz, mit einem besonderen Fokus auf die Wälder, Bäume und Rosen. Moderator Harald Kühl führte durch den Abend und stellte die beiden Gäste vor: Lisa Wiedemer, Forstbeamtin am Kreisforstamt Konstanz, und Markus Zeiler, Gartendirektor der Insel Mainau.
Lisa Wiedemer teilte ihre Kindheitserinnerungen an die Natur und erzählte, dass sie es vorzieht, nachts alleine in den Wald zu gehen. Sie warnte eindringlich davor, dass es den Wäldern in der Region nicht gut gehe. Besonders die Probleme durch Borkenkäfer und das Eschentriebsterben stellen eine ernsthafte Bedrohung dar. Wiedemer betonte, dass der menschliche Umgang mit den Ressourcen als größter Schädling für die Bäume gilt und die Notwendigkeit der „Notschlachtung“ von befallenen Bäumen nicht zu unterschätzen sei.
Die Herausforderungen für unsere Wälder
Markus Zeiler ergänzte die Diskussion mit seiner 25-jährigen Erfahrung in der Gestaltung der Blumen- und Pflanzenwelt. Seine Leidenschaft für Pflanzen begann ebenfalls in der Kindheit und fließt in die tägliche Arbeit auf der Insel Mainau ein. Die Gäste diskutierten über die Verwaltung der Natur und die immense Bedeutung von Vielfalt in der aktuellen Klimakrise. Es wurde deutlich, dass Wälder nicht nur wirtschaftlich genutzt werden, sondern auch Sauerstoff produzieren, vor Hangrutschen schützen und als Erholungsräume dienen.
Wiedemer stellte fest, dass unberührte Natur kaum noch vorhanden ist; ein Paradies, in dem Mensch und Natur gut zusammenleben, scheint in weiter Ferne. Harald Kühl rundete den Abend auf kreative Weise ab, indem er seine Eindrücke in einem selbst gedichteten Lied zusammenfasste. Die Veranstaltung, die seit 2016 zweimal jährlich ohne Eintrittsgebühr stattfindet, bietet nicht nur Live-Musik, sondern auch tiefgehende Gespräche über drängende Umweltfragen. Die nächste Ausgabe, das 20. Jubiläum, ist für den 14. November 2026 im Neuwerk-Saal geplant.
Hoffnung für die Esche und effektive Maßnahmen gegen Schädlinge
Ein Teil der in Europa heimischen Eschen kann dem Erreger des Eschentriebsterbens widerstehen. Die Forschung zu diesen widerstandsfähigen Bäumen und zur Erhaltung der Esche in Deutschland ist von großer Bedeutung. Das Forschungsvorhaben FraxForFuture, das bis 2024 läuft, zielt darauf ab, resilienten Eschennachwuchs zu etablieren und die Ausbreitung des ETS-Erregers einzudämmen.
Sechs Forschungsverbünde arbeiten dabei eng mit der Forstpraxis zusammen. Die Ergebnisse dieser Forschung geben Hoffnung auf den Erhalt der bestandsbedrohten Baumart Esche und zeigen, dass es noch Möglichkeiten gibt, die Natur zu schützen und zu bewahren.
Die Rolle der Borkenkäfer im Waldschutz
Ein weiteres zentrales Thema ist der Borkenkäfer, der in Nadelwäldern großflächige Schäden verursacht und sowohl ökologische als auch ökonomische Konsequenzen mit sich bringt. Durch intensives Monitoring, das Fallen und Brutbeobachtungsbäume umfasst, wird versucht, die Ausbreitung dieser Schädlinge zu kontrollieren. Die Erkenntnisse aus diesem Monitoring fließen in die Beratung der Waldbesitzenden in Baden-Württemberg ein.
Die Hauptakteure unter den Borkenkäfern sind der Buchdrucker, der Kupferstecher und der Krummzähnige Tannenborkenkäfer. Die Waldschäden, die durch Borkenkäfer und andere Schadorganismen verursacht werden, hängen stark von Umweltfaktoren wie dem Klima ab. Steigende Temperaturen begünstigen die Entwicklung vieler dieser Schädlinge, weshalb die Erkennung und Modellierung der funktionalen Zusammenhänge zwischen Klimaparametern und Schadausmaß von enormer Bedeutung sind.
Aktuell werden Phänologie- und Risikomodelle für schadrelevante Arten entwickelt und angewendet, um das Befallsrisiko tagesaktuell für jeden Ort bestimmen zu können. Solche Monitoring- und Managementmaßnahmen sind essenziell, um rechtzeitig eingreifen und die Wälder schützen zu können. Die Herausforderungen sind groß, aber die Veranstaltungen wie „Klimperquatschen“ und die fortlaufende Forschung geben Anlass zur Hoffnung und zeigen, dass es einen Weg gibt, die Natur zu bewahren und für zukünftige Generationen zu schützen.