Im beschaulichen Radolfzell am Bodensee gibt es zurzeit keine gute Nachrichten für die lokale Wirtschaft. Die ENGMATEC GmbH, ein Maschinenbauer, der seit seiner Gründung im Jahr 1994 für seine Prüfgeräte und Montageanlagen für elektronische Baugruppen bekannt ist, hat die Eigenverwaltung beantragt. Dies geschah beim Amtsgericht Konstanz, das auch bereits eine vorläufige Eigenverwaltung angeordnet hat. Derzeit sind rund 150 Mitarbeiter von der Situation betroffen – ihre Löhne sind jedoch für drei Monate durch Insolvenzgeld gesichert. Ein kleiner Lichtblick in dunklen Zeiten!

Der Geschäftsführer Peter Sauter behält während des Verfahrens die operative Kontrolle und hat sich zum Ziel gesetzt, eine Neuaufstellung des Unternehmens zu erreichen. Unterstützung erhält er durch Marc-Philippe Hornung von der Kanzlei SZA Schilling, Zutt & Anschütz, der als weiterer Geschäftsführer bestellt wurde. Die Sanierungsnotwendigkeit ergibt sich aus einer angespannten konjunkturellen Lage, in der Kunden ihre Projektvolumina reduzieren und der internationale Preiswettbewerb immer härter wird.

Ein Blick auf die Zahlen

Die Situation bei ENGMATEC ist nicht isoliert. Deutschlandweit haben im Jahr 2025 24.064 Unternehmen Insolvenz angemeldet, was einen Anstieg von 10,3% im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Das ist zwar weniger dramatisch als die Anstiege in den beiden Vorjahren, aber dennoch alarmierend. Besonders interessant ist, dass 40% der insolventen Unternehmen mindestens acht Jahre am Markt waren – also alles andere als Newcomer! Die Statistiken zeigen, dass dies eine Herausforderung für viele Unternehmen darstellt.

Insgesamt wurden 2025 rund 277.000 gewerbliche Unternehmen und schätzungsweise 90.000 freiberufliche Tätigkeiten eingestellt. Das ist schon eine beachtliche Zahl, die zum Nachdenken anregt. Wenn wir uns die Insolvenzen der ehemals selbstständigen Personen anschauen, steigt der Anteil der Unternehmensschließungen, die auf Insolvenzanträge zurückzuführen sind, auf etwa 13% – das ist ein ziemlicher Brocken.

ENGMATEC und die Zukunft

Zurück zu ENGMATEC: Die Tochtergesellschaft S.C. ENGMATEC S.R.L in Rumänien, mit etwa 27 Mitarbeitern, ist von der Insolvenzanmeldung jedoch nicht betroffen. Das gibt ein wenig Hoffnung, dass das Unternehmen vielleicht in der Lage ist, sich zu stabilisieren und neu aufzustellen. Der Sachverwalter, Rechtsanwalt Jochen Sedlitz von Grub Brugger, wird in den kommenden Monaten eine zentrale Rolle spielen, um die Geschicke der Firma zu lenken.

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Der Blick auf die Insolvenzstatistiken zeigt, dass Insolvenzen zwar eine Realität sind, jedoch auch nicht das Ende der Welt bedeuten müssen. Viele Unternehmen schaffen es, durch Eigenverwaltung oder andere Sanierungsmöglichkeiten wieder auf die Beine zu kommen. Vielleicht wird ENGMATEC eines dieser Unternehmen sein, das aus der Krise gestärkt hervorgeht. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Strategie von Peter Sauter aufgeht und das Unternehmen seine Marktposition wieder festigen kann. Wir bleiben gespannt!

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