Heute ist der 4.06.2026 und in Karlsruhe gibt es ein ganz besonderes Thema, das die Gemüter bewegt – die invasive Ameisenart Tapinoma magnum. Diese kleinen Biester breiten sich in Deutschland aus und sorgen für ordentlich Aufregung. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend, hat man sie erstmals im Jahr 2009 in Deutschland entdeckt. Seitdem haben sie sich besonders in sonnigen, trockenen und versiegelten Bereichen regelrecht ausgebreitet. Das ist nicht nur ein kleines Ärgernis, sondern kann in der Tat die Infrastruktur der betroffenen Städte gefährden.
Die Tapinoma magnum, auch als Große Drüsenameise bekannt, bildet riesige Superkolonien mit über einer Million Arbeiterinnen und mehreren hundert Königinnen. Das ist schon eine gewaltige Ansage! Diese Kolonien können bis zu einem Hektar groß sein und sind aktiv bis in den Dezember. Sie machen nicht nur vor Beeten und Wegen nicht halt, sondern dringen auch in unsere Häuser ein. Und das ist noch nicht alles: Sie pflegen Blattläuse, vertreiben heimische Ameisenarten und haben sogar ein Auge auf unsere Nützlinge wie Marienkäferlarven geworfen – echt dreist, oder?
Bekämpfung der Plage
In Karlsruhe hat man sich etwas einfallen lassen, um diese Plage zu bekämpfen. Mobile Heißwasserdampfgeräte kommen zum Einsatz, um die Ameisen zu vertreiben. Kleinere Vorkommen konnten bereits beseitigt werden, allerdings verlangen die großen Nester, die bis zu 70 Hektar groß sein können, einen jahrelangen Einsatz. Das klingt nach einer echten Herausforderung, nicht wahr? Auf öffentlichen Flächen ist die Bekämpfung erlaubt, doch die Eigentümer von Privatgrundstücken sind selbst in der Verantwortung. Einige Hausbesitzer haben sich sogar zusammengeschlossen, um gemeinsam die Geräte zu kaufen und die Ameisen zu bekämpfen.
In Esslingen wird ein anderer Ansatz verfolgt: Dort setzt man auf Gelköder, die in der Schweiz entwickelt wurden. Diese zeigen vielversprechende Ergebnisse, denn die Ameisen tragen das Gift ins Nest – wenn das mal nicht clever ist! Doch Experten warnen vor zu viel Optimismus, denn die Superkolonien haben viele Königinnen und können ihre Nester schnell verlagern. Ein echtes Katz-und-Maus-Spiel.
Identifikation und Merkmale
Wie erkennt man nun diese kleinen Plagegeister? Tapinoma magnum zeigt sich durch breite, mehrspurige Ameisenstraßen und kleine Aufschüttungen aus Sand oder Erde. Die Arbeiterinnen sind schwarz und messen etwa 2 bis 4 mm. Ein ganz besonderes Merkmal ist der Geruch von ranziger Butter, der beim Zerdrücken oder Stören der Ameisen freigesetzt wird – das ist ein Duft, den man nicht so schnell vergisst. Übrigens, die Puppen liegen ohne schützenden Kokon frei und sind glasig-weiß – ganz schön interessant, oder?
Die Bekämpfung ist kein Zuckerschlecken. Frühzeitiges Handeln ist der Schlüssel, denn je schneller man aktiv wird, desto eher kann man die Ausbreitung stoppen. Nematoden der Art Steinernema feltiae zeigen vielversprechende Ergebnisse und die Kombination mit Kieselgur wird empfohlen. Chemische Bekämpfungsmittel wie Ködergele mit Spinosad oder Fipronil können ebenfalls wirksam sein, sollten jedoch mit Vorsicht eingesetzt werden. Hausmittel wie Absaugen oder kochendes Wasser zeigen hingegen nur begrenzte Wirkung.
Es gibt zwar keine allgemeine Meldepflicht für Funde dieser Ameisen, doch es wird geraten, Beobachtungen bei den zuständigen Behörden zu melden. Schließlich möchte niemand, dass diese kleinen Biester noch mehr Schaden anrichten. Und auch wenn sie keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen beim Menschen verursachen, so können sie doch massive Infrastrukturprobleme nach sich ziehen.
Die Situation in Karlsruhe und anderen betroffenen Städten erinnert uns daran, wie wichtig es ist, der Natur mit Respekt zu begegnen und invasive Arten im Zaum zu halten. Die Herausforderungen sind groß, aber mit Kreativität und Entschlossenheit können wir vielleicht einen Weg finden, um unsere Umgebung zu schützen.