In Karlsruhe-Neureut ist die Lage angespannt. Richard Blantz, der städtische Ameisenbekämpfer, hat eine Kolonie der invasiven Ameisenart Tapinoma magnum entdeckt. Diese kleinen, komplett schwarzen Käferchen – Arbeiterinnen zwischen 2 und 4 mm groß – breiten sich rasend schnell aus und haben sich über mehr als 70 Hektar in der Region verbreitet. Was als harmloses Krabbeln begann, hat sich in ein echtes Problem verwandelt. Gärten und Spielplätze sind unbenutzbar geworden, und die Anwohner sind in Alarmbereitschaft.

Die Ameisen sind nicht nur ein Ärgernis. Sie unterhöhlen Straßen, beschädigen Mauern und können sogar Strom- und Kommunikationsnetze stören. Ein Geruch von „ranzig-buttrig“ und leicht säuerlich macht sie leicht erkennbar – zumindest, bis man sie zerdrückt. Diese kleinen Ungeziefer bilden große Kolonien mit mehreren Königinnen, was sie besonders schwer zu bekämpfen macht. Und das Schlimmste? Die Bekämpfung ist nicht so einfach, wie man sich das wünschen würde. Chemische Mittel sind aufgrund juristischer Probleme – die Ameisen stammen aus einem anderen EU-Land – nicht erlaubt.

Die Bekämpfung der Ameisenkolonie

Die organisierte Bekämpfung hat im Mai begonnen, und die Ameisenbekämpfer arbeiten täglich acht Stunden. Ihr Ziel? Die Kolonie schwächen und die betroffenen Bereiche wieder betretbar machen. Die Anwohner werden aufgefordert, präventiv tätig zu werden. Beim Kauf von Pflanzen sollten sie auf Ameisenfreiheit achten. Außerdem kann Kieselgur verwendet werden, um die Ameisen an ihren Eingängen zu stoppen. Ein heißes Thema in Neureut ist der Einsatz von Heißwasserdampf – eine Bürgerinitiative hat ein entsprechendes Gerät angeschafft. Aber auch hier gilt: Bei einem Befall sollte immer ein Schädlingsbekämpfer hinzugezogen werden.

Eine interessante Methode, die gerade getestet wird, ist die Lochstein-Methode von Andreas Martens. Die Idee dahinter: Die Lochsteine bieten den Ameisen einen trockenen Raum, und sobald sie hineingehen, werden sie in Wasser mit Spülmittel versenkt. Lars Conzelmann, ein Anwohner, hat selbst mit einem Befall zu kämpfen und ist skeptisch. Seine Angst vor den Ameisen ist spürbar, und er berichtet von einem Verlust an Lebensqualität. Das ist nicht nur ein Problem für ihn, sondern für die gesamte Nachbarschaft.

Die Ausbreitung von Tapinoma magnum

Tapinoma magnum hat sich nicht nur in Karlsruhe festgesetzt. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wurde die Art 2009 erstmals in Rheinland-Pfalz nachgewiesen und hat sich seither über Baden-Württemberg und Hessen bis nach Sachsen ausgebreitet. Das Tapinoma-Projekt der Naturkundemuseen Stuttgart und Karlsruhe versucht nun, die Ausbreitung dieser Ameise systematisch zu erfassen. Hier können Bürgerforscher aktiv mithelfen – ein schöner Anreiz für alle, die sich für die Natur interessieren.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Auswirkungen auf heimische Ameisenarten sind noch nicht vollends erforscht, aber es wird angenommen, dass Tapinoma magnum diese verdrängt. Die Probleme, die diese Ameisen verursachen, sind nicht zu unterschätzen. Von Schäden an Straßen und Bauwerken bis hin zu Stromausfällen – die Liste ist lang. Und auch wenn die Ameisen keine Krankheiten übertragen, können sie doch kurzfristige Allergien auslösen. Komischerweise sieht die Ameise zwar aus wie eine heimische Art, aber das ist nur eine trügerische Sicherheit.

Ein Ausblick auf die Herausforderungen

Die Bekämpfung dieser invasiven Tiere erfordert gemeinschaftliche Anstrengungen. Einzelmaßnahmen sind oft wenig effektiv. In Edenkoben beispielsweise wird Kieselgur eingesetzt, das die Panzer der Ameisen verletzt. Doch die Herausforderungen bleiben gewaltig. Die Ausbreitung der Superkolonien könnte in Zukunft noch größere Probleme mit sich bringen. Und während einige die Ameisen als Schädlinge betrachten, sieht das Bundesamt für Naturschutz die Ökosysteme nicht gefährdet – ein ambivalentes Thema, das die Gemüter erhitzt.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage in Karlsruhe weiterentwickeln wird. Eines ist sicher: Die Ameisen sind hier, und sie sind gekommen, um zu bleiben – zumindest vorerst. Die Anwohner müssen sich auf eine lange und mühsame Bekämpfung einstellen, während die Ameisen weiterhin ihre kleinen, aber feinen Wege durch die Gärten und Spielplätze von Neureut ziehen.

Mit der Umstellung auf VeloCore vereint unser Magazin herausragende Performance und konsequente Barrierefreiheit. Schnelle Ladezeiten und optimale Core Web Vitals treffen auf eine vollständige WCAG-2.1- und BITV-2.0-konforme Umsetzung – realisiert durch Daniel Wom ohne Kompromisse.