In Karlsruhe-Durlach, wo die Sonne oft lacht und die Menschen gerne im Wasser planschen, gibt es einen ganz besonderen Aufseher im Turmbergbad: Alessandro Bagnoli. Der 51-jährige Taxifahrer hat sich entschieden, seine Sommermonate mit einem Job im Freibad zu verbringen. Von April bis September steht er am Beckenrand und behält die Badegäste im Auge. „Im Winter Taxi, im Sommer Freibad“ – so beschreibt Bagnoli sein Lebensmodell, das sich als besonders gut funktionierend herausgestellt hat.

Einen Job im Freibad hat er nicht durch Zufall gefunden. Über eine Bekannte kam er auf die Idee, als Saisonkraft in den Karlsruher Bädern zu arbeiten. Schnell war er eingestellt und genießt die Abwechslung. Seine italienischen Wurzeln geben ihm zudem einen besonderen Bezug zur Arbeit – sein Onkel hatte ihm von der schwierigen Jobsuche in Deutschland erzählt. Es ist also eine Art Familiengeschichte, die in der Schwimmhalle lebendig wird.

Ein Leben zwischen Wasser und Asphalt

In seiner Rolle als Aufsicht hat Bagnoli bisher noch niemanden retten müssen. Allerdings ermahnt er gelegentlich Badegäste, die sich nicht an die Regeln halten. Neben der Aufsicht sorgt er auch für die Instandhaltung und Sauberkeit des Bades – eine verantwortungsvolle Aufgabe, die er mit Hingabe erfüllt. „Ich mag es, im Freien zu arbeiten“, sagt er und ergänzt, dass Hallenbäder für ihn oft zu warm und stickig sind. Im Sommer, bei strahlendem Sonnenschein, kann er die frische Luft genießen und gleichzeitig Menschen beim Schwimmen beobachten.

Ein weiterer Aspekt, der Bagnoli erfreut, ist das Autofahren. Als Taxifahrer, besonders in einem Mercedes, fühlt er sich wohl. Diese Leidenschaft für die Straße und das Wasser scheinen perfekt zu harmonieren. Die Abwechslung zwischen der Ruhe am Badesee und dem hektischen Stadtverkehr gibt ihm ein Gefühl von Freiheit, das nicht viele Menschen erleben.

Saisonkräfte in der Bäderlandschaft

Oliver Sternagel, der Bäderchef in Karlsruhe, hebt die Bedeutung von Saisonkräften hervor. Sie sind unerlässlich für die Öffnung der Freibäder, und in diesem Jahr ist es gelungen, pünktlich zum Saisonstart ausreichend Mitarbeiter zu finden. Die Anforderungen für diese Saisonkräfte sind überschaubar: Ein bisschen Deutsch und Schwimmfähigkeiten sind gefragt. Das macht es vielen einfacher, einen Job zu ergattern – ob als Aufsicht im Freibad oder in anderen saisonalen Tätigkeiten.

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In Deutschland ist Saisonarbeit nicht nur im Freizeitbereich von Bedeutung. Sie ist eine Form der geringfügigen Beschäftigung, die oft in der Landwirtschaft, im Gartenbau oder in der Gastronomie angeboten wird. Die Beschäftigung ist in der Regel befristet, darf nicht länger als drei Monate am Stück dauern, und die Einkommensgrenze spielt eine untergeordnete Rolle, solange die Tätigkeit nicht als Hauptberuf angesehen wird. Für Arbeitslose kann eine Saisonarbeit eine wertvolle Erfahrung sein, um sich in den Arbeitsmarkt zurückzukämpfen.

Saisonbeschäftigungen bieten nicht nur eine Möglichkeit, kurzfristig Geld zu verdienen, sondern können auch eine wichtige Brücke zum gewünschten Beruf sein. Wer in der Gastronomie oder im Freizeitbereich arbeiten möchte, kann diese Erfahrungen später in Bewerbungen anführen.