Hageljäger gesucht: Wissenschaftler am KIT bitten um Hilfe bei der Sammlung von Golfball-großen Eisbrocken
Heute, am 21.07.2026, erreichen uns spannende Neuigkeiten aus der Welt der Wetterforschung in Baden-Württemberg. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wird dringend um Unterstützung gebeten! Wetterforscher suchen nach großen Hagelkörnern – und zwar ab der Größe eines Golfballs, also etwa 4 cm. Wer also in den letzten Unwettern die ein oder andere große Eiskugel entdeckt hat, sollte sich einen Ruck geben und diese sammeln. Es geht nicht nur um den Spaß, sondern um wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse.
Die gesammelten Hagelkörner sollten einzeln verpackt und im Eisfach aufbewahrt werden. Das Team vom KIT holt die Schätze direkt bei euch zu Hause ab! Wer mitmachen möchte, kann Fotos der Hagelkörner per E-Mail an hagel@imktro.kit.edu senden. Diese Aktion gilt exklusiv für Baden-Württemberg, und das Ziel ist es, die Vorhersage von Hagel zu verbessern und die Schäden durch Hagelschlag genauer einschätzen zu können.
Die Wissenschaft hinter den Hagelkörnern
Was genau passiert mit den Hagelkörnern, nachdem sie gesammelt wurden? Die Form und Größe dieser kleinen Eisbrocken beeinflussen, wie sie schmelzen und fallen, und sogar, wie sie vom Niederschlagsradar erfasst werden. Spannend, oder? Größere Hagelkörner sind in der Regel weniger kugelförmig und haben komplexere Oberflächen, die in 3D-Scans untersucht werden. Diese Scans helfen, 3D-Drucke für Laboruntersuchungen zu erstellen und geben Aufschluss über die innere Zusammensetzung und die strukturelle Vielfalt der Hagelkörner. Übrigens: Es gibt verschiedene Eisarten. Undurchsichtiges Eis enthält viele Luftbläschen, während transparentes Eis entsteht, wenn Wassertröpfchen länger flüssig bleiben. Ein echtes Phänomen der Natur!
In den letzten Jahren hat unsere Landwirtschaft stark unter den Folgen von Wetterextremen gelitten. Eine Studie des GDV schätzte, dass durch Wetterrisiken zwischen 1990 und 2013 jährlich Ernteschäden in Deutschland von rund 510 Millionen Euro entstanden sind. Das ist eine enorme Summe! Besonders häufig waren Trockenheit und Dürre die Übeltäter, aber auch Hagel hat seinen Anteil. So waren 26 % der Ernteschäden in diesem Zeitraum auf Hagel zurückzuführen. Der Klimawandel bringt immer mehr Extremereignisse mit sich, die die Landwirtschaft vor große Herausforderungen stellen. Der Dürresommer 2018 war für viele Betriebe eine existenzielle Bedrohung. Unterstützung kam zwar, aber die Sorge bleibt.
Hagelversicherung und Vorbeugung
Ein Lichtblick gibt es jedoch: Über zwei Drittel der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Deutschland sind gegen Hagel versichert. Dennoch steigen die Kosten für diese Versicherungen. Zwischen 1980 und 2021 hat der Schadenaufwand für Hagelversicherungen signifikant zugenommen. Das liegt auch an steigenden Versicherungssummen. Interessanterweise zeigt der Schadensatz in der Hagelversicherung einen fallenden Trend, wenn man die Inflation und die höheren Versicherungssummen berücksichtigt. Ein Beispiel aus der Vergangenheit: 1993 war das schadenreichste Jahr, aber 2021, trotz großer Schäden durch Gewitter-Superzellen, war der Schadensatz nicht so hoch wie in den 1980er- und 1990er-Jahren. Die Betriebe müssen sich also stetig anpassen und nutzen zusätzlich Hagelschutznetze, um Ernteschäden vorzubeugen.
Die Forschung am KIT, bei der große Hagelkörner gesammelt werden, könnte also nicht nur die Vorhersage von Hagel verbessern, sondern auch dazu beitragen, die Schäden in der Landwirtschaft besser einzuschätzen und letztlich zu minimieren. Ein kleiner Beitrag von jedem Einzelnen könnte also große Wellen schlagen!
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