In einem kleinen, aber feinen Ort namens Empfingen-Wiesenstetten, im malerischen Kreis Freudenstadt, wird die Turnhalle des Dorfgemeinschaftshauses gerade zum Schauplatz einer ganz besonderen Veranstaltung. Hier findet das Wheelsoccer-Training statt – eine inklusive Sportgruppe, die den Fußball im Rollstuhl zum Leben erweckt. Rund 25 Teilnehmer, vor allem Kinder und Jugendliche im Rollstuhl, sind gekommen, um gemeinsam zu kicken. Auch Eltern, Geschwister und Freunde dürfen mitmachen, was dem Ganzen eine familiäre und herzliche Atmosphäre verleiht.
Ein strahlender Stern des Trainings ist der 13-jährige Nevio, der mit Spina Bifida lebt und querschnittsgelähmt ist. Früher war das Training beim MTV in Stuttgart für ihn und seine Familie eine Herausforderung, da die Anfahrt weit war. Doch jetzt, dank seines Vaters Chris Kaufmann, der den Trainerschein gemacht hat, kann Nevio direkt mit seinem Rollstuhl zur Sporthalle fahren. Chris hat die Wheelsoccer-Gruppe ins Leben gerufen, um Inklusion zu fördern und das Bewusstsein für Barrierefreiheit zu schärfen. „Jeder soll mitmachen dürfen“, betont Chris, und das spiegelt sich in der Philosophie der Gruppe wider. Sogar Fußgänger-Kinder und Eltern sind eingeladen, den Rollstuhl auszuprobieren – ein echter Schritt in Richtung Gemeinschaft!
Wheelsoccer: Ein Sport für alle
Das Konzept hinter Wheelsoccer ist einfach, aber genial. Es ist ein Rollstuhl-Mannschaftssport, bei dem zwei Teams aus vier Feldspielern und einem Torwart bestehen. Die Heinz Kettler Stiftung unterstützt das Integra Wheelsoccer Turnier, eine inklusive Sportveranstaltung, die Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringt. Hier wird das Miteinander großgeschrieben! Die Teilnehmerinnen können sich in einem sportlichen Umfeld betätigen, unabhängig von Alter oder Fähigkeiten. Wie cool ist das bitte?
Das Turnier bietet eine Plattform für Anfänger, Hobbyspieler und Wettkampfspieler. Einzelanmeldungen sind herzlich willkommen – neue Teams werden gebildet, und bestehende Teams können Verstärkung bekommen. Selbst Teilnehmerinnen mit schweren Behinderungen haben die Möglichkeit, als „besondere Spielerinnen mit besonderen Rechten“ teilzunehmen. Und hey, E-Rollstuhl-Fahrerinnen sind auch eingeladen! Pro Team ist eine E-Rollstuhl-Fahrerin auf dem Spielfeld zugelassen. Das ist echt inklusiv!
Ein Blick auf das Turnier 2023
Das Turnier 2023 war ein absoluter Erfolg! Insgesamt 13 Mannschaften nahmen teil, darunter 7 Kinder- und Jugendmannschaften sowie 6 Erwachsenenmannschaften. Über 110 Teilnehmerinnen wetteiferten in einem spannenden Spielmodus: Jeder gegen Jeden. Der jüngste Teilnehmer war ein dreieinhalbjähriger Sportler aus Dortmund – ich sag’s euch, das war ein Anblick! Am Ende wurden zwei Pokale verliehen: einer für die beste Kindermannschaft und einer für die beste Erwachsenenmannschaft. Ein echtes Highlight für alle!
Doch um solche Veranstaltungen erfolgreich zu gestalten, sind auch finanzielle Mittel und personelle Unterstützung notwendig. Die Organisation, die Turnierleitung, Schiedsrichter und Betreuer für „freie“ Mannschaften müssen sich um alles kümmern. Helferinnen in der Cafeteria und im Rollstuhlservice werden dringend gesucht, ebenso wie die Mittel für Medaillen, Pokale, Verpflegung und mehr. Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die zeigt, wie wichtig es ist, zusammenzuhalten.
In Empfingen-Wiesenstetten wird nicht nur der Fußball im Rollstuhl gefeiert, sondern auch das Miteinander, das Verständnis und der Teamgeist. Es ist ein schöner Anblick, wenn Kinder, Jugendliche und Erwachsene, egal ob mit oder ohne Behinderung, gemeinsam lachen, spielen und einfach Spaß haben. Das ist es, was Inklusion wirklich ausmacht – und dafür lohnt es sich, zu kämpfen!