In den letzten Tagen haben sich die Ereignisse rund um den Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ überschlagen. Vier deutsche Passagiere, die sich an Bord befanden, wurden am späten Abend von Eindhoven nach Deutschland gebracht, wo sie zur weiteren Untersuchung und Beobachtung in die Uniklinik Frankfurt eingeliefert wurden. Die betroffenen Reisenden, alle symptomfrei, sollen nach ihrer Untersuchung in Quarantäne in ihre jeweiligen Bundesländer gebracht werden. Es ist wirklich beeindruckend, wie schnell und effizient hier gehandelt wurde.
Die „Hondius“ hatte ursprünglich zwischen 140 und 150 Personen aus 23 verschiedenen Ländern an Bord, darunter auch Belgier und Griechen. Am Sonntag wurden diese Passagiere per Evakuierungsflug von Teneriffa nach Eindhoven geflogen. Interessanterweise zeigte ein französischer Passagier während des Flugs Symptome und wurde nach der Landung in Paris sofort unter Quarantäne gestellt. Die Situation ist also nicht ganz ohne, aber die Behörden scheinen gut vorbereitet zu sein.
Die Infektionskette und die Rolle der WHO
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es insgesamt sechs bestätigte Hantavirus-Fälle, darunter auch drei Todesfälle. Die Infektionskette könnte von einem niederländischen Ehepaar ausgegangen sein, das sich möglicherweise in Argentinien angesteckt hat. Während die WHO die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus koordiniert, empfiehlt sie eine Quarantäne von 42 Tagen für die betroffenen Personen. Das klingt nach einer langen Zeit, aber die Sicherheit steht an erster Stelle.
Die „Hondius“ wird unterdessen nach Rotterdam weiterfahren, wo die Desinfektion des Schiffs und die Bergung eines Leichnams, einer der verstorbenen Passagiere, erfolgen sollen. Die Ankunft in Rotterdam wird in etwa fünf Tagen erwartet. Eine traurige Note inmitten der ganzen Aufregung, die diese Reise mit sich bringt.
Der deutsche Umgang mit der Situation
Hierzulande ist das Robert Koch-Institut (RKI) mit den zuständigen Gesundheitsämtern in Kontakt und koordiniert die Rückführung der verbleibenden deutschen Passagiere. Besonders interessant ist, dass das RKI auch ein bundesweites Expertennetzwerk für hochpathogene Erreger hat, das in solchen Krisensituationen sehr hilfreich sein kann. Eine enge Kontaktperson aus Deutschland, die ebenfalls in Quarantäne geht, wird vom RKI betreut. Es gibt klare Richtlinien und Handreichungen für den Öffentlichen Gesundheitsdienst, was in solchen Zeiten beruhigend wirkt.
Hantaviren sind weltweit verbreitet und werden hauptsächlich durch Nagetiere übertragen. In Deutschland sind die Krankheitsverläufe in der Regel milder, während südamerikanische Hantaviren, wie das Andesvirus, schwerere Verläufe auslösen können. Das macht die Situation umso ernster, da Menschen in seltenen Fällen auch Übertragungen von Mensch zu Mensch erleben können. Die Inkubationszeit beträgt typischerweise zwei bis vier Wochen, was bedeutet, dass die nächsten Wochen entscheidend sein werden.
Die Passagiere, die dieser unglücklichen Situation entkommen sind, haben wohl eine Geschichte zu erzählen, die sie so schnell nicht vergessen werden. Und während die Behörden alles daran setzen, die Ausbreitung des Virus zu verhindern, bleibt zu hoffen, dass alle Betroffenen bald wieder gesund und wohlbehalten zu ihren Familien zurückkehren können.