Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend schauen wir in die Nachrichten. Heute, am 12. Mai 2026, ist die Welt nicht mehr die, die sie einmal war. Ein düsterer Schatten liegt über Europa und lässt uns an der Sicherheit unserer Heimat zweifeln. Was uns als lange Phase relativer Sicherheit in der Schweiz galt, wird nun durch aktuelle Konflikte in Frage gestellt. Johannes Sutter, Gemeindepräsident von Arboldswil und SVP-Mitglied, hat in einer „Carte blanche“ auf die besorgniserregenden Entwicklungen hingewiesen. Und die Ereignisse häufen sich: Um 9:35 Uhr verletzen drei Su-34 Kampfjets die deutsche Grenze, eine klare Ansage, die uns nicht kalt lassen kann. Später, um 10:21 Uhr, wird ein Sabotageakt am Umspannwerk Brühl vereitelt. Die Welt dreht sich schneller, als wir es uns wünschen.
Mit jeder neuen Meldung scheint die Bedrohung greifbarer zu werden. Um 14:56 Uhr wird eine Bombendrohung im Rathaus Freiburg im Breisgau gemeldet. Und als ob das nicht genug wäre, ereignet sich um 16:08 Uhr ein Zwischenfall mit einer bewaffneten Kleingruppe am Grenzübergang Bad Säckingen. Die Szenarien erinnern an die militärische Übung von 2006, die vielen als unrealistisch erschien – doch heute fühlen wir uns wie in einem dystopischen Film. Der Krieg in der Ukraine, der 2026 begann, hat die Wahrnehmung von Sicherheit in Europa radikal verändert. Hybride Kriegführung, ein Konzept, das vor nicht allzu langer Zeit noch abstrakt schien, hat seinen Platz in unserem Alltag gefunden.
Die Realität der hybriden Kriegsführung
Wir leben in einer Zeit, in der hybride Bedrohungen wie Cyberattacken, Sabotageakte und Desinformationskampagnen immer mehr zunehmen. Deutschland steht hier im Spannungsfeld und entwickelt Abwehr- und Resilienzstrategien. Die Sichtungen von Drohnen über kritischen Infrastrukturen haben seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zugenommen. Das ist nicht nur beunruhigend – es ist alarmierend! Diese Aktivitäten agieren im „grauen Bereich“ zwischen Frieden und Konflikt, wo es schwerfällt, eine klare politische Reaktion zu formulieren. Der psychologische Druck, den solche Operationen aufbauen, lässt uns nicht kalt.
Die Situation wird noch verkomplizierter, wenn wir bedenken, dass die Schweizer Armee, die einst als Bollwerk der Neutralität galt, nun unterfinanziert ist. Die Diskussion über die Erhöhung des Armeebudgets in der Schweiz ist in vollem Gange. Aber ist das genug? Berichte zeigen, dass Russland monatlich Zehntausende neue Soldaten rekrutiert und massiv in seine Streitkräfte investiert. Die Schweizer Armee gibt zu, dass sie sich im Ernstfall nur wenige Tage bis Wochen verteidigen könnte. Es mangelt an Munition, modernem Gerät und Luftabwehrmitteln. Und während wir hier sitzen, prognostizieren europäische Geheimdienste, dass Russland bis 2028 bereit für einen regionalen Krieg und bis 2031 für einen großen Feldzug gegen die NATO sein könnte. Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit unserer Neutralität?
Ein Paradigmenwechsel in der Sicherheitspolitik
Die Normalisierung hybrider Aggressionen könnte zu einer sicherheitspolitischen Erosion führen. Europa hat eine sicherheitspolitische Passivität entwickelt, geprägt von administrativer Routine. Doch Sicherheit kann nicht nur eine Aufgabe der staatlichen Institutionen sein, sie muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen werden. Die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher und privater Verantwortung ist entscheidend. Gerade Wirtschaftsunternehmen spielen eine Schlüsselrolle in der Sicherheitsarchitektur und müssen sich ihrer Verantwortung bewusst werden.
Wir müssen uns fragen, wie wir den Herausforderungen begegnen können, die uns die neue Realität stellt. Die Fragmentierung innerhalb Europas und nationale Interessen verhindern ein gemeinsames Lageverständnis. Hybride Angriffe richten sich zunehmend gegen privatwirtschaftliche Akteure, insbesondere Betreiber kritischer Infrastrukturen. Störungen in Energie-, Kommunikations- oder Logistiknetzen gefährden nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern auch das Vertrauen der Bevölkerung. Ein Umdenken ist notwendig – und zwar jetzt!
Die Zukunft wird zeigen, ob wir bereit sind, die Neutralität der Schweiz nicht nur durch Worte, sondern auch durch Taten, Ausrüstung und Wehrwillen glaubwürdig zu machen. Es ist höchste Zeit, die Sicherheitsarchitektur in Europa neu zu denken und uns den Herausforderungen, die vor uns liegen, zu stellen. Denn Sicherheit muss nicht das Gegenteil von Freiheit sein, sondern deren Voraussetzung.