In den letzten Tagen brodelte es in den Hallen von Festo, und das nicht nur wegen der Maschinen, die an den Produktionslinien summen. Die Nachricht über den geplanten Abbau von 1300 Stellen an deutschen Standorten hat wie ein Blitz eingeschlagen. Am 8. Mai wurden die Mitarbeitenden über diese gravierenden Einschnitte informiert, und die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Wut, Enttäuschung und eine große Portion Verunsicherung stehen in der Luft. Nevin Akar von der IG Metall Esslingen beschreibt die Situation als angespannt: „Die Beschäftigten sind besorgt – sie verlangen Klarheit und Perspektiven für ihre Zukunft.“

Die Gewerkschaft hat daraufhin scharfe Kritik an der Unternehmenspolitik geübt. Man fragt sich, wie es um den Umgang des Unternehmens mit seinen Mitarbeitenden bestellt ist, und die Stimmen der Beschäftigten werden lauter. Eine offene Mitgliederversammlung mit über 800 Festo-Mitarbeitenden fand statt, um den Unmut zu äußern. Klar ist, dass die Belegschaft ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg geleistet hat, und dennoch drohen betriebsbedingte Kündigungen. Die IG Metall kündigt Widerstand an und zeigt sich besorgt über die möglichen Einbußen bei den Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Festo selbst begründet den Stellenabbau mit einer kriselnden Wirtschaft und sinkenden Umsätzen. Diese Argumentation ist nicht unbegründet, denn die Lage in der deutschen Industrie ist angespannt. Der Zollkonflikt mit den USA und der wachsende Wettbewerb aus China – insbesondere im Bereich Elektroautos und Maschinen – setzen den Unternehmen zu. Im ersten Halbjahr sanken die Exporte nach China um etwa 14%, während die Importe um fast 11% anstiegen. Ein Teufelskreis, der die Unternehmen in die Enge treibt!

Eine Studie von EY zeigt, dass bis zur Jahresmitte etwa 114.000 Stellen in der Industrie abgebaut wurden, was einem Rückgang von 4,3% seit 2019 entspricht. Und das ist noch nicht alles: Während im Dienstleistungssektor die Zahl der Erwerbstätigen im zweiten Quartal um 178.000 stieg, mussten viele Unternehmen in der Industrie – so wie Festo – massive Entlassungen hinnehmen. Ein Lichtblick? Vielleicht im Bauwesen, wo die Beschäftigung im ersten Halbjahr um 0,9% zulegte. Doch die Kauflaune der Verbraucher hat sich eingetrübt, was auch den Einzelhandel belastet.

Ein Blick in die Zukunft

Die Unsicherheit, die Festo-Mitarbeitende empfinden, ist verständlich. Wo geht die Reise hin? Was bleibt von der traditionsreichen Firma, die für innovative Automatisierungstechnik steht? Thomas Böck, der Vorstandsvorsitzende, hat immerhin Standortschließungen in Deutschland ausgeschlossen. Doch das allein wird die Sorgen der Beschäftigten nicht vertreiben. Es braucht mehr als Lippenbekenntnisse: Klarheit und Perspektiven müssen her! Die Mitarbeitenden wollen nicht nur von der Unternehmenspolitik hören, sondern auch, dass ihre Stimmen gehört werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird – und ob der Widerstand der IG Metall fruchtbare Ergebnisse zeitigt.

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