Der Wettergott hat am Sonntagnachmittag einige heftige Schauer über Bad Wildbad und Calmbach im Enzkreis losgelassen. Die Feuerwehr war gefordert wie selten zuvor. Tido Lüdtke, der ehemalige Kommandant der Bad Wildbader Feuerwehr und jetzt als Kreisbrandmeister im Einsatz, konnte sich um die vielen Alarmierungen kaum kümmern. In der Uhlandstraße und rund um die Evangelische Stadtkirche war die Lage besonders angespannt. Autos, die sich mühsam durch die Wassermassen auf der Laienbergstraße kämpften, waren nur das sichtbare Zeichen eines größeren Chaos. Die ersten Befürchtungen über ölverseuchte Sturzbäche bestätigten sich glücklicherweise nicht, doch die Hilferufe aus der Bevölkerung wegen überschwemmter Keller in Calmbach, Bad Wildbad und Sprollenhaus ließen nicht lange auf sich warten.
Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun. Es war ein Bild des Grauens: Auf mehreren Straßen platzte der Asphalt auf, als würde die Erde selbst nach Luft schnappen. Die Feuerwehr der vier Bad Wildbader Abteilungen war ständig in Bewegung. Ein Kurzschluss in der Bergstation der Sommerbergbahn aufgrund eindringenden Wassers machte die Lage nicht besser, und auch eine Brandmeldeanlage in einer Klinik löste aus, als Rauch im Aufzug festgestellt wurde – ein möglicher Zusammenhang mit dem Starkregen, den wir aber nicht bestätigen konnten. Im Enzkreis gab es nur in Hirsau Keller auszupumpen, während die Pforzheimer Feuerwehr von überschwemmten Kellern in Illingen berichtete.
Warnungen und Unwetterprognosen
Der Deutsche Wetterdienst hatte bereits vor den Unwettern gewarnt. Blitz, Donner und kräftige Regengüsse sollten uns das Wochenende versüßen – oder eher vermiesen. Besonders im Süden und Westen Deutschlands drohten heftige Unwetter. Das Risiko von Aquaplaning, einem gefährlichen Zustand, wenn die Reifen das Wasser nicht mehr zur Seite drücken können, stieg rapide an. Wer bei starkem Regen unterwegs ist, sollte wissen, wie man sich richtig verhält: Fuß vom Gaspedal, Kupplung treten oder in den Leerlauf schalten – hektisches Bremsen und Lenken sind tabu! Die elektronischen Systeme wie ABS und ESP können bei Aquaplaning oft nicht zuverlässig helfen, da sie die Signale von der Straße nicht richtig verarbeiten können.
Die Wetterprognosen haben sich nicht verbessert. Am Dienstag soll die Starkregengefahr sogar ihren Höhepunkt erreichen – lokal sind bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter möglich! Die Temperaturen werden deutlich sinken, und die schwülwarme Luft, die uns vor den Gewittern umgab, wird der kühleren Witterung weichen. In der Nacht zu Dienstag verstärkt sich der Regen im Westen, und viele Regionen in Deutschland müssen sich auf Überflutungen und Aquaplaning einstellen. Die Wettermodelle haben die Starkregenprognosen nach oben korrigiert, und es ist zu erwarten, dass die Niederschläge in die Landesmitte ziehen. Wer also noch im Auto sitzt, sollte extrem vorsichtig sein und die Geschwindigkeit drosseln, insbesondere in Vertiefungen und Tunneln, wo sich das Wasser schnell staut.
Ein Blick auf die Region
In Mühlacker wird es kühler zu Beginn des Juni, mit Höchstwerten von 24 Grad und einer Regenwahrscheinlichkeit von 60%. Im Nordschwarzwald sieht es ähnlich aus – ebenfalls kühl mit vermehrtem Regen und Höchsttemperaturen bis 21 Grad. Vor den Gewittern waren die Temperaturen in der Region noch zwischen 25 und 30 Grad, was die schwüle Luft und die Gewitter nur noch verstärkt hat. Diejenigen, die in den kommenden Tagen Fußballspiele planen, sollten sich auf Absagen oder Abbrüche einstellen – die Wetterlage ist einfach zu unberechenbar.
Am Mittwoch breitet sich das Regengebiet nach Bayern und in Teile von Sachsen und Brandenburg aus. Die Situation könnte sich also weiter zuspitzen. Die Gefahrenlage ist ernst. Überflutungen, vollgelaufene Keller und Aquaplaning sind nur einige der Risiken, die uns in den nächsten Tagen begleiten werden. Wir sollten uns wappnen und wachsam sein, denn der Wettergott hat noch einige Überraschungen in petto!