Es ist wirklich erstaunlich, wie dynamisch die wirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland sind. Eine neue Studie zeigt, dass Pforzheim im Vergleich zu anderen Regionen deutlich an Wirtschaftskraft verliert. Während der Enzkreis und der Kreis Calw sich auf dem Weg nach oben befinden, rutscht die Stadt Pforzheim im Ranking immer weiter ab. Wenn man sich die Zahlen ansieht, wird einem klar, dass hier Handlungsbedarf besteht. Seit 2016 wird alle zwei Jahre untersucht, wie sich 400 Landkreise und kreisfreie Städte in Bezug auf Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität entwickeln.

Der Landkreis München bleibt unangefochten an der Spitze. Mit 60,5 Punkten führt er das Niveauranking an, gefolgt von der Stadt München und dem Landkreis Tirschenreuth. Diese Regionen überzeugen durch hohe Steuerkraft, niedrige Arbeitslosigkeit und eine Vielzahl von hochqualifizierten Fachkräften. Auf der anderen Seite, und das ist so ein bisschen der Dämpfer, belegen Suhl in Thüringen sowie Duisburg und Gelsenkirchen im Ruhrgebiet die letzten Plätze im Ranking. Ein echter Schock, wenn man bedenkt, wie viele Regionen in Baden-Württemberg seit 2016 mindestens 25 Plätze eingebüßt haben.

Der Abstieg von Pforzheim

Pforzheim hat im Standortranking nur noch 47,8 Punkte erreicht und ist damit um 1,3 Punkte schlechter als im Vorjahr. Auf Rang 266 sind das satte 82 Plätze weniger als vor zwei Jahren. Das ist schon ein ordentliches Stück, wenn man bedenkt, dass der Mittelwert bei 50 liegt. Ein wenig ermutigend ist die Tatsache, dass der Enzkreis mit 50,9 Punkten und einem Aufstieg um 13 Plätze auf Rang 134 immerhin leicht zulegen konnte. Der Kreis Calw hingegen hat mit 50,9 Punkten zwar auch einen ähnlichen Wert, hat aber 0,4 Punkte im Vergleich zum Vorjahr verloren und liegt auf Rang 133.

Der Dynamikindex zeigt für Pforzheim einen Wert von 51,8 und einen Rang von 36 – auch hier eine Verschlechterung um 16 Plätze. Im Gegensatz dazu hat der Enzkreis mit einem Wert von 50,5 um 109 Plätze zugelegt und belegt nun Rang 136. Diese Daten belegen, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Region Pforzheim ernsthaft auf die Probe gestellt wird, während der Enzkreis auf der Überholspur ist.

Cottbus als Vorbild

Ein glänzendes Beispiel für Fortschritt ist Cottbus. Die Stadt hat sich, laut der Studie von IW Consult, als urbaner Wissens- und Innovationsstandort etabliert. Besonders hervorzuheben ist die einzige technische Universität Brandenburgs, die dort ansässig ist. Cottbus setzt auf ökologische Leitthemen wie Wasserstoff und erneuerbare Energien, was den wirtschaftlichen Aktivitäten der Region einen frischen Wind verleiht. Das Dynamikranking zeigt, dass Cottbus die größten Fortschritte verzeichnet.

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In Brandenburg hat sich seit 2016 so viel getan, dass 80 Prozent der Regionen sich um mindestens 25 Plätze verbessert haben. Das macht einen großen Unterschied aus, vor allem wenn man die Nähe zu Berlin und die daraus resultierende industrielle Wertschöpfung bedenkt. Im Norden Deutschlands profitiert man vom Ausbau erneuerbarer Energien, während Baden-Württemberg besonders von der Automobilkrise betroffen ist. Diese Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung sind nicht nur Zahlen, sie haben echte Auswirkungen auf die Menschen vor Ort.

Die Herausforderung der Infrastruktur

Ein weiterer Punkt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist die Infrastruktur. Der Infrastrukturindex bewertet diese in deutschen Großstädten und berücksichtigt dabei zahlreiche Indikatoren, wie Forschungsstätten, Verkehrsanbindungen und digitale Infrastruktur. Im neuen Index belegt Potsdam den ersten Platz, besonders stark im Bereich Forschung, während Frankfurt am Main im Verkehr glänzt. Freiburg im Breisgau und Ingolstadt schneiden ebenfalls in ihren jeweiligen Bereichen hervorragend ab.

Die Herausforderungen, vor denen Regionen wie Pforzheim stehen, sind also vielfältig und komplex. Es braucht mehr als nur gute Absichten, um im Wettbewerb der Regionen mithalten zu können. Die Entwicklungen in den Nachbarregionen könnten als Weckruf dienen. Man fragt sich, wie lange die Stadt noch im Schatten ihrer erfolgreicheren Nachbarn stehen kann. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich Pforzheim und andere betroffene Regionen neu orientieren werden.