Im Landkreis Emmendingen ist das Wasser ab sofort tabu! Das Landratsamt hat ein Verbot zur Entnahme von Wasser aus Bächen, Flüssen und Seen erlassen. Dies geschieht nicht einfach so, sondern ist das Resultat anhaltender Trockenheit und besorgniserregend niedriger Wasserstände. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass eine Rechtsverordnung aus dem Jahr 2025 die Grundlage für diese Entscheidung bildet. Am 16. Juni 2026, also heute, wurde das ganze Ausmaß der Situation klar: Geringe Niederschläge und hohe Temperaturen haben zu einer kritischen Niedrigwassersituation geführt. Ein echter Albtraum für die Gewässer und ihre Lebensräume.

Das Verbot betrifft nicht nur die großen Wasserentnahmen, sondern auch die kleinen, die oft übersehen werden. Gartenbewässerung? Fehlanzeige! Wer jetzt mit Gießkanne oder Eimer zu den nahen Gewässern pilgert, muss umschwenken. Lediglich das Tränken von Vieh ist weiterhin erlaubt – ein kleiner Lichtblick für die Landwirtschaft. Die großen Player, wie genehmigungspflichtige Wasserentnahmen für Wasserkraftanlagen oder gewerbliche Betriebe, sind jedoch nicht betroffen. Hier gibt es bereits eigene Regelungen für Niedrigwasserphasen.

Kritische Lage in Baden-Württemberg

Doch nicht nur in Emmendingen ist die Lage angespannt. In ganz Baden-Württemberg hat die Hitze und Trockenheit bereits dazu geführt, dass kein Wasser mehr aus Oberflächengewässern entnommen werden darf. Die Wasserversorger beschreiben die Situation als „handhabbar“, während Wissenschaftler eindringlich auf die langfristigen Folgen der Trockenheit hinweisen. Ein Teufelskreis, denn die Klimaerhitzung beeinträchtigt den Wasserhaushalt massiv. Das Ergebnis? Niedrigere Wasserstände und die Betroffenheit von Tieren, Pflanzen und letztlich auch der Wasserversorgung der Menschen.

Aktuell sind einige Landkreise betroffen, darunter der Kreis Biberach und der Bodenseekreis. Ein Blick auf den Bodensee verrät: Der Wasserstand ist für diese Jahreszeit alarmierend niedrig. Das fehlt nicht nur an Schmelzwasser, sondern auch an Regen. Die Böden sind vielerorts so verdichtet, dass das Regenwasser kaum versickern kann. Und während wir uns nach einer längeren Regenphase sehnen, drohen Experten mit neuen Rekordwerten bei Trockenheit und Hitze in diesem Sommer. Da wird einem schon ganz mulmig!

Die langfristigen Folgen

Die Klimaprojektionen für Deutschland zeigen eine besorgniserregende Entwicklung: Niederschläge verschieben sich vom Sommer in den Winter, und die Jahresmitteltemperatur steigt. Dies hat weitreichende Konsequenzen für die Wasserversorgung, die Landwirtschaft und alles, was mit Wasser zu tun hat. Die Gewässertemperaturen steigen, und die Wassernutzungskonflikte nehmen zu. Besonders nach mehreren trockenen Jahren wird es brenzlig. Ein Projekt namens „WADKlim“ hat sich bereits der Untersuchung der Auswirkungen von Trockenheit auf Wasserverfügbarkeit und Bodenwasserhaushalt angenommen. Es wird Lösungen entwickeln und Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung geben.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Um die Dürre als Naturgefahr zu begreifen, braucht es zuverlässige Informationssysteme, um schnell auf solche Ereignisse reagieren zu können. Ein Dürre-Wissensportal vom Bundeslandwirtschaftsministerium bietet hier einen Überblick über Begriffsdefinitionen und Dürre-Management-Tools. Und die Bund-Länder Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) arbeitet an Leitlinien, um Wassernutzungen in Zeiten von Wassermangel zu priorisieren.

In Emmendingen bleibt uns nur, die Füße stillzuhalten und auf eine Wende zu hoffen. Hoffentlich bringt der Himmel bald die ersehnte Abkühlung und etwas Regen, um die Lage zu entspannen und unsere Gewässer zu schützen.

Ein modernes Nachrichtenportal muss für alle Menschen zugänglich sein. Deshalb haben wir unser Magazin mit VeloCore konsequent nach WCAG 2.1 und BITV 2.0 entwickelt – die barrierefreie Umsetzung verantwortete Daniel Wom.