In den letzten Jahren hat sich in den Kirchen Baden-Württembergs ein bemerkenswerter Wandel vollzogen. Digitale Technologien halten Einzug und ermöglichen es den Gläubigen, auf moderne Weise zu spenden. Wo man früher einen kleinen Schein in den Opferstock werfen musste, kann man jetzt mit wenigen Klicks oder einem Scan eines QR-Codes ganz unkompliziert seine Großzügigkeit zeigen. Immer mehr Gemeinden setzen auf digitale Spendenlösungen, und die Evangelische Landeskirche hat dabei festgestellt: Die Beträge, die auf digitalen Wegen gespendet werden, sind im Schnitt höher als die traditionellen Barspenden. Das ist doch ein schöner Trend!

In Baden-Württemberg nutzen bereits 5 bis 10 Prozent der Gottesdienstbesucher die Spendensäulen, die trotz dieser kleinen Besucherzahl rund 20 Prozent der gesamten Kollektenbeiträge generieren. Das überrascht, oder? Denn während die Spendensäulen mehr Wartung erfordern als die alten, vertrauten Opferstöcke, zeigen die Zahlen, dass sich der Aufwand durchaus auszahlen kann. In Mannheim gibt es sogar ein Pilotprojekt, bei dem Spendenbescheinigungen direkt am Terminal angefordert werden können – ein echter Fortschritt für die digitale Spendenkultur!

Die Zukunft des Spendens in der Kirche

Silke Fehrenbach, Expertin für Fundraising in der Landeskirche, sieht die digitale Transformation als einen unumkehrbaren Prozess. Digitale Bezahlwege werden im kirchlichen Leben zunehmen, ist sie überzeugt. Und das ist keine leere Floskel: Fast 400 Gemeinden in der württembergischen Landeskirche haben bereits Online-Spendenformulare eingerichtet. In Baden haben etwa 100 Gemeinden digitale Spendenprojekte ins Leben gerufen. Das zeigt, dass die Kirchen versuchen, ihre Gläubigen dort abzuholen, wo sie sich heutzutage aufhalten – im Internet.

Die katholische Kirche scheint da noch etwas hinterherzuhinken. Ein flächendeckendes Konzept für digitale Kollekten gibt es bislang nicht, und die Diözese Rottenburg-Stuttgart konnte keine genauen Angaben zur Nutzung digitaler Kollekten machen. Auch die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs experimentiert zwar mit digitalen Spenden, aber eher für einzelne Projekte. Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) äußerte sich bisher nicht zu digitalen Spenden. Das lässt Raum für Spekulationen – wie wird sich das in Zukunft entwickeln?

Digitale Innovation und ihre Herausforderungen

Die Herausforderungen sind klar. Gemeinden müssen sich nicht nur um die Infrastruktur kümmern, sondern auch dafür sorgen, dass das Internet stabil läuft – das schränkt die Nutzung in weniger frequentierten Kirchen ein. Der digitale Wandel bringt also nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch neue Verantwortlichkeiten mit sich. Das alles wird durch die aktuelle Studie „Digitalisierung im Raum der Kirchen“ (DiRK 2026) untermauert, die zeigt, dass über 7.000 Befragte aus allen Konfessionen ein Interesse an digitalen Innovationen haben. Das ist eine Menge! Und da sind auch die Kirchenmitglieder dabei, denn 54 Prozent nutzen bereits generative KI-Anwendungen wie ChatGPT.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Ein Blick auf die Nutzung von Social Media offenbart, dass Instagram als wichtigster Kanal hervorsticht, mit 50 Prozent der Stimmen. Das zeigt, dass die jüngeren Generationen den digitalen Raum als Kommunikationsmittel schätzen. Dennoch gibt es eine Diskrepanz zwischen den ethischen Ansprüchen und der gelebten Realität bei der Nutzung von KI – ein Thema, das immer mehr in den Vordergrund rückt. Die Kirchenmitglieder fordern verbindliche ethische Leitlinien. Kommt da vielleicht bald eine neue Ära der digitalen Spiritualität?

Wie dem auch sei, die digitale Landschaft in den Kirchen ist im Wandel. Online-Gottesdienste erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit, und 62 Prozent der Befragten wünschen sich diese Form der Andacht auch in Zukunft. Es bleibt spannend zu beobachten, wie diese Entwicklung die kirchliche Gemeinschaft prägen wird. Die Welt dreht sich weiter, und die Kirchen müssen sich anpassen, um ihren Platz in der modernen Gesellschaft zu behaupten.