Heute ist der 21.06.2026, und während wir hier in Baden-Württemberg den Sommer genießen, gibt es eine Entwicklung in unseren Gewässern, die Aufmerksamkeit verlangt. Der Wels, der größte einheimische Süßwasserfisch Deutschlands, hat in den letzten 20 bis 40 Jahren eine regelrechte Eroberungstour durch unsere Flüsse und Seen unternommen. Wo früher die Fangnetze leer blieben, sprießen nun Geschichten über Welse, die zur neuen Hauptattraktion für Fischer und Naturfreunde geworden sind.

Vielleicht habt ihr schon von den beeindruckenden Zahlen gehört: Der Anteil der Flüsse, in denen der Wels nachgewiesen wurde, hat sich fast verdreifacht. Besonders im Bodensee hat sich die gefangene Menge von rund 4,5 Tonnen im Jahr 2020 auf fast 8 Tonnen im Jahr 2024 erhöht – und das ist kein Zufall. Die Wassertemperatur hat sich in dieser Zeit ebenfalls geändert, von etwa 11-12 Grad auf 13-14 Grad. Diese wärmeren Gewässer schaffen optimale Bedingungen für den Wels, der sich als Top-Prädator gerne von anderen Fischen, Krebsen und ab und zu auch von Wasservögeln ernährt. Man könnte fast meinen, er ist der König der Gewässer!

Ein echter Überlebenskünstler

Alexander Brinker, der Leiter der Fischereiforschungsstelle Langenargen, hat sich der Sache angenommen und berichtet von den Herausforderungen, die die Ausbreitung des Welses mit sich bringt. Die Fischer sind besorgt, denn Welse sind nicht nur im Rhein und Bodensee zu finden, sondern auch in kleineren Flüssen und Baggerseen verbreitet. Ein besonders kritischer Punkt ist, dass sie bedrohte Wanderfische wie Lachs angreifen, insbesondere an Fischpässen. In der Kinzig im Ortenaukreis sind bereits erhebliche Verluste und Verletzungen bei Lachsen festgestellt worden.

Aber der Wels ist nicht nur ein Raubfisch, der für andere Arten zur Gefahr wird. Er wächst auch schnell und kann bis zu drei Meter lang und bis zu 150 Kilogramm schwer werden! In unseren Gewässern wurden bereits Exemplare von 2,43 Metern und 70 Kilogramm im Bodensee sowie 2,22 Metern und 81 Kilogramm in einem Baggersee in Kirchentellinsfurt gefangen. Ab einer Körperlänge von etwa einem Meter hat der Wels keine natürlichen Feinde mehr – das lässt einen schon mal schlucken.

Regulierung und Herausforderungen

Die Behörden in Baden-Württemberg setzen alles daran, den Welsbestand durch verschiedene Fangmaßnahmen zu regulieren. Es gibt keine Schonzeit oder Mindestmaß für den Wels, und an bestimmten „Hotspots für Welse“ werden gezielt Exemplare aus dem Rhein und Neckar gefangen. Das sorgt für eine gewisse Erleichterung unter den Fischern, die sich um ihre Bestände sorgen. Erwerbsfischer dürfen mit Ausnahmegenehmigung sogar effizienter mit Elektrofanggeräten arbeiten. Das klingt vielleicht ein wenig futuristisch, aber es ist Realität.

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Interessanterweise hat der Geschäftsführer des Landesfischereiverbands Baden-Württemberg, Ingo Kramer, angemerkt, dass Welse die Hauptprofiteure der Klimaveränderung sind – und das könnte uns in Zukunft noch einige Sorgen bereiten. Komischerweise gibt es Berichte aus wärmeren Regionen, wie der iberischen Halbinsel, wo Welse große Schäden angerichtet und heimische Fischarten dezimiert haben. Hier bei uns in Deutschland könnte das auch zu einem Problem werden, wenn die Ausbreitung nicht gestoppt werden kann.

Im vergangenen Sommer gab es sogar Berichte über einen zwei Meter langen Wels, der mehrere Badende in Bayern angegriffen haben soll. Das klingt fast nach einem Film, aber die Realität ist oft skurriler als die Fiktion. Die Angriffe auf Menschen werden zwar als unrealistisch angesehen, aber die Vorstellung, dass die größten Tiere, die Welse fangen, Entenküken und Tauben sind, lässt einen schon nachdenklich werden.

Die Zukunft des Welses in Baden-Württemberg bleibt spannend. Aktuell sieht Brinker keine akuten Probleme, doch ein Ende der Ausbreitung ist nicht absehbar. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Situation weiterentwickelt, und ob wir in Zukunft die Welse auch weiterhin als Teil unserer Gewässer akzeptieren oder vielleicht sogar regulieren müssen. So oder so – die Natur hat ihre eigenen Gesetze, und manchmal ist es besser, einfach zuzusehen.

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