Ein Buckelwal namens „Timmy“ sorgt seit über zwei Wochen für Aufregung vor der dänischen Insel Anholt. Ja, ihr habt richtig gehört – ein Wal! Der Kadaver des Tiers, das als gescheitert gilt, wird am kommenden Wochenende an Land gezogen. Und das ist kein schöner Anblick, denn Wal-Forscher Peter Teglberg Madsen hat bereits vor dem verheerenden Gestank gewarnt, der die Umgebung belasten könnte. Anwohner sind alarmiert, denn der Kadaver liegt direkt am beliebtesten Strand der Insel. Was für ein Schock für die Strandbesucher! Die Umweltbehörde hat sogar geraten, sich von dem kadaverhaften Ungetüm fernzuhalten. Man kann sich vorstellen, dass die Sorgen um den Gestank und die Ansteckungsgefahr, die Madsen anspricht, nicht gerade die besten Urlaubsstimmung verbreiten.
Ursprünglich hatte Timmy an der deutschen Ostseeküste sein Unwesen getrieben und Flachwasserbereiche aufgesucht. Doch eine private Initiative brachte den Wal gegen die Empfehlungen deutscher Fachleute in die Nordsee. Ein erster Versuch, den Wal in tiefere Gewässer zu ziehen, schlug fehl, was den Wissenschaftler Madsen dazu veranlasste, die Rettungsaktion als „reine Tierquälerei“ zu bezeichnen. Man fragt sich, was da eigentlich alles schiefgelaufen ist, oder? In der kommenden Woche soll der Kadaver nun untersucht werden – es wird nach Resten von Fischernetzen und Plastik im Darm des Tiers gesucht. Traurigerweise zeigen die Erfahrungen: In vier der letzten sechs gestrandeten Buckelwale in Dänemark spielten Fischernetze eine Rolle bei ihrem Tod.
Die dunkle Seite des Plastiks
Das Thema Plastikmüll ist in unseren Ozeanen allgegenwärtig, und die Tragweite ist erschreckend. Von der Meeresoberfläche bis in Tiefen von 8.000 Metern – Plastik ist überall! Besonders betroffen sind Wale, Delfine, Meeresschildkröten und Robben. Sie leiden unter den qualvollsten Todesursachen: Verstopfung, Verheddern und Ersticken. Schaut man sich Langzeitstudien um die Kanarischen Inseln an, zeigen sie, dass 13 von 465 gestrandeten Walen an Verdauungsproblemen durch Plastik starben. Es ist kaum zu fassen, dass bis zu 60% der Wale Plastik im Magen haben – und das besonders bei Pottwalen! Ein erschütterndes Beispiel ist der Pottwal, der 2019 vor Sardinien strandete und ganze 22 kg Plastik im Magen hatte. Und ja, er war schwanger.
In Deutschland gab es auch schon einen Pottwal, der mit einem fast wallangen Fischernetz gefunden wurde. Es ist wie ein grausames Spiel, das die Natur mit uns spielt. Finnwale, die Plankton filtern, sind Indikatoren für die Plastikverschmutzung; sie nehmen Schadstoffe wie Phtalate auf, die hormonelle Wirkungen haben und die Fortpflanzung beeinträchtigen können. Und dann sind da noch die Robben, die sich häufig in Kunststoffringen verheddern. Das führt zu Bewegungseinschränkungen und oft zum Tod. Die Situation für Meeresschildkröten ist ebenfalls alarmierend: 30-40% aller Arten sind vom Plastikmüll betroffen. Besonders junge Meeresschildkröten haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, Plastik zu verschlucken, was zu hohen Sterberaten führt. Ein scharfkantiges Stück Plastik kann innere Verletzungen verursachen und das Ende für diese faszinierenden Tiere bedeuten.
Die Plastikkrise ist ein gefährlicher Feind der Artenvielfalt in den Ozeanen. Sie wird durch das Wachstum der Kunststoffproduktion noch verschärft. Doch es gibt Hoffnung – wir Menschen haben die Möglichkeit, diese Krise zu stoppen und die marine Biodiversität zu schützen. Jeder kleine Schritt zählt. Man muss nur einmal über den Strand gehen und darauf achten, was man sieht. Vielleicht ist es an der Zeit, die Augen zu öffnen und aktiv zu werden, bevor es zu spät ist. Wir sollten nicht zulassen, dass das Meer unser Zuhause wird, sondern unser Partner bleibt.