Im Landkreis Calw gibt es eine besorgniserregende Entwicklung: Ein erhöhtes Risiko, an Parkinson zu erkranken, besonders für jene, die über Jahre hinweg regelmäßig mit Pflanzenschutzmitteln hantieren. Das ist kein bloßes Gerücht, sondern eine Tatsache, die vor allem Beschäftigte in der Landwirtschaft, im Gartenbau, in der Floristik und sogar im Bauwesen betrifft. Ja, richtig gehört! Auch bei Sanierungsarbeiten können gefährliche Chemikalien wie Fungizide, Insektizide und Herbizide ins Spiel kommen, und die Gefahren sind real.

Das Parkinson-Syndrom, verursacht durch den Einsatz dieser Pestizide, wurde als Berufskrankheit anerkannt. Das bedeutet, dass Betroffene finanzielle Unterstützung von der gesetzlichen Unfallversicherung erhalten können – vorausgesetzt, sie können nachweisen, dass sie mindestens 100 Tage mit diesen gefährlichen Chemikalien gearbeitet haben. Das klingt vielleicht einfach, aber in der Realität ist es oft ein steiniger Weg.

Gesundheitsrisiken für Beschäftigte

Die Agrar-Gewerkschaft IG Bau warnt lautstark vor diesen Gesundheitsrisiken und appelliert an Ärzte, Parkinson-Patienten gezielt auf mögliche berufliche Zusammenhänge ihrer Erkrankung anzusprechen. Denn viele Betroffene sind sich nicht bewusst, dass ihre Symptome möglicherweise durch den Kontakt mit Pestiziden während ihrer beruflichen Laufbahn verursacht wurden. Das ist tragisch und könnte oft verhindert werden, wenn die richtigen Informationen zur Verfügung stünden.

Die IG Bau ruft auch die gesetzlichen Krankenkassen auf, aktiver zu werden. Patienten sollten nicht nur informiert werden, sondern auch Zugang zu intensiver Betreuung und medizinischer Versorgung erhalten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Anerkennung von Fällen, bei denen Beschäftigte zwar nicht selbst Pestizide gespritzt haben, aber dennoch den schädlichen Stoffen ausgesetzt waren. Es ist höchste Zeit, dass diese Menschen die Unterstützung bekommen, die sie benötigen.

Hotline und Unterstützung

Betroffene, die Fragen zu ihrer Situation haben, können sich an ihre Berufsgenossenschaft wenden. Hier stehen Fachleute bereit, um zu helfen. Zudem hat die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) eine spezielle „Parkinson-Hotline“ eingerichtet. Unter der Nummer 0561/78 51 03 50 können Betroffene direkt mit Experten sprechen, die ihnen wertvolle Informationen und Unterstützung bieten können. Weitere Details finden sich auf der Homepage der SVLFG unter www.svlfg.de/fa-parkinson-durch-pflanzenschutzmittel.

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Es ist nicht nur ein Problem der Landwirtschaft – die Gefahren durch Pestizide ziehen sich durch viele Berufe. Ob im Bauwesen oder in der Floristik, überall gibt es Berührungspunkte mit diesen gefährlichen Chemikalien. Wenn wir nicht aufpassen, könnten noch viele weitere Menschen von dieser schleichenden Gefahr betroffen sein. Es liegt an uns, aufmerksam zu sein und die richtigen Schritte zu unternehmen, um uns selbst und unsere Mitmenschen zu schützen.