Im Herzen von Calw, wo die Wiesen im Frühling sprießen und die Natur in voller Blüte steht, gibt es eine Initiative, die das Leben vieler Rehkitze rettet. Dank Andreas Heinrichs, dem engagierten Inhaber der „Durstpost“, wird diese Idee nun mit einem kräftigen Schubs vorangetrieben. Mit einer großzügigen Spende von 3000 Euro trägt er zur Finanzierung einer Drohne bei, die speziell für die Rettung von Rehkitzen vor der Mahd entwickelt wurde. Diese Drohne, die insgesamt 6000 Euro kostet, wird zur Hälfte durch einen Bundeszuschuss unterstützt – eine wunderbare Zusammenarbeit, die zeigt, wie gemeinschaftliches Engagement und staatliche Förderung Hand in Hand gehen können.

In den Hegeringen von Sulz, Dornhan, Oberndorf und Schramberg stehen mittlerweile Drohnen bereit, um den Landwirten dabei zu helfen, ihre Wiesen vor der Mahd zu überprüfen. Rottweil hat sogar zwei dieser modernen Helfer. Ausgestattet mit hochmodernen Wärmebildkameras sind diese Drohnen in der Lage, die gut versteckten Kitze zu entdecken, die aufgrund ihrer perfekten Tarnung leicht übersehen werden können. Ein Drohnenpilot kann bis zu 12 Uhr im Einsatz sein und hat schon so manche kleine Überraschung aufgespürt. Wenn ein Kitz entdeckt wird, wird ein Helfer losgeschickt, um das Tier behutsam in einen speziellen Korb zu tragen. Nach dieser Rettungsaktion können die Landwirte dann unbesorgt ihre Wiesen mähen, ohne Angst zu haben, das Leben der kleinen Rehe zu gefährden.

Ein gemeinschaftliches Unterfangen

Die Verantwortung für diese Rettungsaktionen liegt nicht nur bei den Landwirten, sondern auch bei den ehrenamtlichen Helfern, die in Schichten von 4 bis 8 Uhr bis zum Mittag arbeiten. An einem besonders erfolgreichen Morgen konnten gleich sechs Kitze gerettet werden – ein kleiner, aber ergreifender Erfolg! Täglich erhält Maier, der Koordinator vor Ort, rund 30 Anrufe von Landwirten, die um Unterstützung bitten. Diese Einsätze sind nicht nur wichtig, um die Kitze zu schützen, sondern auch um die Bindung zwischen Mensch und Natur zu stärken.

Die Drohnen werden nicht nur zur Rettung der Jungtiere eingesetzt, sondern auch, um ältere Kitze von den Mähmaschinen fernzuhalten. Heinrichs hofft, dass weitere Unternehmen bereit sind, zu spenden, um noch mehr Kitze zu retten. Das ist nicht nur eine Frage des Naturschutzes, sondern auch eine Herzensangelegenheit für viele in der Region.

Bundesförderprogramm für Rehkitzrettung

Diese Anstrengungen sind Teil eines größeren Plans, denn das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat ein Förderprogramm ins Leben gerufen, das sich mit der Rettung von Rehkitzen beschäftigt. Im Jahr 2026 stehen insgesamt 2,1 Millionen Euro zur Verfügung, um die Anschaffung von Drohnen zu unterstützen. Jägervereinigungen sowie Kitzrettungsvereine können eine Förderung von maximal 3000 Euro pro Drohne beantragen. Das Verfahren, um an diese Gelder zu gelangen, erfolgt online und ist bis zum 30. Juni 2026 geöffnet. Aber Achtung – nur mit einem positiven Förderbescheid ist die Antragstellung möglich, und die Frist für den Verwendungsnachweis ist der 30. September 2026.

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Ab November 2024 wird es zudem neue Regelungen geben, die den Einsatz der Drohnen zur Wildtierrettung betreffen. Unbemannte Fluggeräte mit einem Gewicht zwischen 250 g und 25 kg dürfen in bestimmten Gebieten näher an Wohn- und Gewerbegebieten betrieben werden, was die Einsatzmöglichkeiten erheblich erweitern könnte. Ein Mindestabstand von 150 Metern zu Wohn- und Gewerbegebieten bleibt jedoch bestehen.

Ein Blick in die Zukunft

Das BMEL setzt die Förderung der Drohnentechnologie zur Wildtierrettung auch im Jahr 2024 fort, mit einem Gesamtvolumen von 1,84 Millionen Euro. Seit dem Start des Programms im Jahr 2021 wurden bereits 2.446 Drohnen gefördert. Bundesminister Cem Özdemir hebt die entscheidende Rolle dieser Technologie für den Schutz von Wildtieren wie Rehkitzen, Hasen und brütenden Vögeln hervor. Gerade im Frühjahr, wenn die jungen Tiere sich in hohem Gras verstecken, sind sie besonders gefährdet. Drohnen mit Wärmebildtechnik erweisen sich als effektive und zeitsparende Methode zur Wildtierrettung und könnten künftig eine noch wichtigere Rolle spielen.

Die Herausforderungen sind nicht gering – die Kosten sind hoch, und der flächendeckende Einsatz von Drohnen ist noch nicht überall möglich. Aber eines steht fest: Die Initiative von Heinrichs und die Unterstützung durch das BMEL sind Schritte in die richtige Richtung, um Kitze vor dem Mähdoder zu bewahren. Die Zukunft der Rehkitzrettung könnte heller sein, als wir denken.