Calw, ein Ort mit Geschichte. Heute, am 24.05.2026, feiert das Kinderdorf Calw ein ganz besonderes Jubiläum: 200 Jahre Unterstützung für Kinder in Not. 1826 gegründet als Kinderrettungsanstalt, hat sich das Kinderdorf im Laufe der Jahre zu einem Ort entwickelt, der mehr ist als nur ein Zuhause. Es ist ein Platz, an dem Kinder nicht nur leben, sondern auch lernen, lachen und wachsen können. Reinhard Böttinger, 41 Jahre alt und ehemaliger Schüler der Sprachheilschule, erinnert sich lebhaft an seine Zeit hier. „Es war prägend und positiv“, sagt er. Er besucht die Sprachheilschule bis zur sechsten Klasse und hat dort alternative Lernmethoden wie Jonglieren kennengelernt – eine kreative Art, Selbstvertrauen zu fördern.

Claudia Bollinger, die Leiterin des Kinderdorfs, betont immer wieder, wie wichtig die Beziehungen zwischen Schülern, Lehrkräften und dem gesamten Personal sind. Diese Bindungen schaffen eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der sich die Kinder entfalten können. Die kleinen Klassen ermöglichen es, auf die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes einzugehen. Ehemalige Schüler kehren oft zurück, um ihre Lehrer zu besuchen und die engen Beziehungen aufrechtzuerhalten – das spricht Bände über die besondere Gemeinschaft, die hier entstanden ist.

Ein Ort der Gemeinschaft

Das Kinderdorf Calw ist nicht nur eine diakonische Einrichtung, sondern auch eine Heimat für über 350 Kinder und Jugendliche. Hier wird diakonisches Handeln großgeschrieben – sowohl in der Jugend- als auch in der Behindertenhilfe. Die beiden Einrichtungen, das Sprachheilzentrum und die Jugendhilfe, bieten Unterstützung in unterschiedlichen Lebensphasen. Das großzügige Gelände, auf dem das Kinderdorf untergebracht ist, bietet unzählige Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung und Freizeitgestaltung. Man könnte sagen, dass es hier nicht nur um Lernen, sondern auch um Lebensfreude geht!

Böttinger engagiert sich inzwischen aktiv für die Kinder und wird oft zu Jonglierstunden eingeladen. „Mut machen“ – das ist sein Ziel. In diesen Stunden wird nicht nur gelernt, sondern auch gelacht und die Kinder können ihre Sorgen für einen Moment hinter sich lassen. Komischerweise wird beim Jonglieren nicht nur der Körper, sondern auch der Geist trainiert. Man könnte sagen, es ist eine Art Therapie, die auf spielerische Weise fördert.

Eine lange Geschichte

Das Kinderdorf hat seit seiner Gründung einiges durchlebt. In den 1970er Jahren erlebte es eine Blütezeit und entwickelte sich zu einem kleinen, lebendigen „Dorf“. Ein Philosophiewechsel 1978 führte zur Umwandlung in ein Sprachheilzentrum, das den Fokus auf die sprachliche Förderung der Kinder legte. Und während der Flüchtlingskrise 2016 wurde eine Jugendhilfeeinrichtung hinzugefügt – ein weiterer Schritt, um den Bedürfnissen der Zeit gerecht zu werden. Es ist beeindruckend zu sehen, wie flexibel und anpassungsfähig diese Einrichtung ist, immer mit dem Ziel, Kindern in besonderen Lebenssituationen ein neues Zuhause zu bieten.

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Das Kinderdorf Calw ist ein Ort, an dem nicht nur Wissen vermittelt wird, sondern auch Freundschaften entstehen und Lebensgeschichten geschrieben werden. Hier wird ein Raum geschaffen, in dem Kinder ihre sprachlichen Probleme bewältigen und ungestört lernen können. Es ist ein Ort, der sowohl Herausforderungen als auch Chancen bietet, und das seit zwei Jahrhunderten.