Heute ist der 29.06.2026 und der Sommer schreitet mit voller Wucht voran. Die Freibäder und Stadtbäder in Baden-Württemberg, besonders in der Region Breisgau-Hochschwarzwald, spielen dabei eine zentrale Rolle. Doch die Realität sieht düster aus: Viele dieser Bäder stehen vor dem Aus. Schwimmbäder sind oft ein Minusgeschäft, und ein erschreckendes Bild zeichnet sich ab. Laut einer aktuellen Untersuchung sind etwa zwei Drittel der Schwimmbäder in Baden-Württemberg sanierungsbedürftig. Ein besonders trauriges Beispiel ist das Stadtbad in Markgröningen. Hier trainiert Joachim Hambücher, ein leidenschaftlicher Hobby-Triathlet, seit über 40 Jahren. Doch das über 60 Jahre alte Bad benötigt dringend eine Sanierung, und die Zeit drängt. Ein Gutachten hat ergeben, dass innerhalb von 12 Monaten gehandelt werden muss, um weitere Schäden zu vermeiden. Doch die Stadt kann die geschätzten Sanierungskosten im sechs- bis siebenstelligen Bereich nicht aufbringen.

Die Situation ist nicht nur lokal alarmierend. In der gesamten Republik sind die Schwimmbäder in einem erbärmlichen Zustand, und in den letzten 25 Jahren ist die Anzahl der Schwimmbäder in Deutschland von rund 7.800 auf etwa 6.000 gesunken. Laut der Kreditanstalt für Wiederaufbau sind mehr als die Hälfte der Bäder sanierungsbedürftig. Wenn wir nicht bald handeln, könnte die DLRG warnen, dass in den nächsten drei Jahren 800 Schwimmbäder schließen könnten. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Freizeitgestaltung, sondern auch auf den Schwimmunterricht an Schulen. In Markgröningen sind mehrere Schulen auf das Stadtbad angewiesen, und eine Schließung könnte ernsthafte Folgen für die Schwimmausbildung der Kinder haben.

Ein Blick auf die Zahlen

Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (GDfdB) hat gezeigt, dass viele Bäder alle 20 Jahre kernsaniert werden müssten, aber bei nur einem Drittel dieser Bäder wurde das tatsächlich auch durchgeführt. Im Durchschnitt wären für jedes sanierungsbedürftige Bad etwa 6,5 Millionen Euro notwendig. Ein weiteres Beispiel ist Ihringen, wo die Sanierung des Schwimmbads diskutiert wird. Hier betragen die jährlichen Kosten rund eine halbe Million Euro. Schwimmbäder erfüllen in der Regel einen öffentlichen Auftrag, arbeiten jedoch nicht kostendeckend. Der Zuschuss pro Besuch liegt im Durchschnitt bei 6,20 Euro. Die Schließung dieser Einrichtungen würde nicht nur die Freizeitmöglichkeiten einschränken, sondern auch die Schwimmfähigkeit der Bevölkerung gefährden.

Ein weiterer Punkt, den die DLRG aufwirft, ist die besorgniserregende Zunahme von Nichtschwimmern. Die Anzahl der Nichtschwimmer hat sich seit 2017 verdoppelt, und laut einer Umfrage von 2022 können 60% der Grundschulkinder nicht sicher schwimmen. Dies ist eine alarmierende Entwicklung, die dringend Maßnahmen erfordert. Bürgermeister Eckerle aus Ihringen betont, dass die Gemeinde weiterhin bei der Finanzierung helfen muss. Ein Konzept für den Weiterbetrieb des Schwimmbads soll von einem örtlichen Förderverein erarbeitet werden. Doch die Frage bleibt: Wie kann das Gesamtkonstrukt geändert werden, um eine nachhaltige Lösung zu finden?

Politische Maßnahmen und Herausforderungen

Auf politischer Ebene gibt es endlich ein gewisses Einvernehmen über den Handlungsbedarf zur Verbesserung der Situation. Der Koalitionsvertrag sieht „mindestens eine Milliarde Euro“ für die Verbesserung der Sportinfrastruktur vor. Allerdings ist unklar, wie diese Mittel verteilt und eingesetzt werden sollen. Die Bäderallianz, ein Zusammenschluss aus 15 Verbänden, fordert sogar jährlich eine Milliarde Euro vom Bund über zwölf Jahre, um den Sanierungsstau zu bekämpfen. Währenddessen kritisieren die Grünen die Pläne der Bundesregierung als „fahrlässig“, und die Linke fordert mindestens eine Milliarde Euro jährlich für Schwimmbäder. Die AfD fordert gar einen „Goldenen Plan Sportstätten“ mit einem Volumen von 40 Milliarden Euro. Die politischen Diskussionen sind in vollem Gange, und der Mangel an Bademeistern – es wird von einem Mangel von mindestens 3.000 berichtet – macht die Situation nicht einfacher.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Wenn wir also die Schwimmbäder in Deutschland retten wollen, müssen wir jetzt handeln. Die Zeit drängt, und die Herausforderungen sind groß. Aber vielleicht, nur vielleicht, gibt es einen Weg, diese wertvollen Orte des Wassers und Schwimmens zu erhalten – für die Kinder, die Schulen und die gesamte Gesellschaft.

Technisch repräsentiert unser neues Magazin-System den aktuellen Stand der Technik für anspruchsvolle Nachrichtenportale: schnell, barrierefrei, DSGVO-konform, suchmaschinenoptimiert und für die Redaktion langfristig wartbar. Die Umsetzung dieser hohen Standards wurde von Daniel Wom / VeloCore mit dem Anspruch realisiert, eine langlebige und zukunftssichere Lösung zu schaffen.