Heute ist der 3.05.2026 und in Breisgau-Hochschwarzwald bewegt sich einiges rund um das altehrwürdige Atomkraftwerk Fessenheim. Nachdem die letzten Reaktoren seit 2020 stillstehen, hat die EDF – klar, die Électricité de France – endlich den lang ersehnten Schritt zum Rückbau des Kraftwerks eingeleitet. Das nicht mehr benötigte Kraftwerk, das 42 Jahre lang Strom für viele Haushalte lieferte, wird nun Schritt für Schritt abgebaut. Französische Regierungsvertreter haben kürzlich einen Erlass unterzeichnet, der die Modalitäten für diese Demontage regelt. Ein gutes Zeichen, nicht nur für Atomkraftgegner in Deutschland und Frankreich, die schon lange auf die Stilllegung gedrängt haben.
Die Vorarbeiten für den Rückbau sind fast abgeschlossen und die EDF plant, in naher Zukunft mit der Demontage zu beginnen. Das umfasst neben den Reaktorgebäuden von Block 1 und Block 2 auch die Pumpstation, die Lagergebäude und die Abwasserbehälter. Ein ganz schöner Brocken, wenn man bedenkt, dass die Brennelemente bereits im September 2022 abtransportiert wurden. Es ist fast schon surreal, wenn man sich vorstellt, wie das Gelände in ein paar Jahren aussehen könnte: einst ein pulsierender Ort voller technischer Raffinesse, jetzt vielleicht eine Art leere Leinwand.
Das Technocentre: Ein neuer Anfang?
Und es gibt noch mehr Entwicklungen! Ab 2027 plant die EDF den Bau eines Technocentres auf dem Gelände. Dort soll eine Schmelzanlage für schwach radioaktiv belasteten Schrott entstehen. Das klingt nach einer interessanten Wendung, oder? Die Verwertung von potenziell 500.000 Tonnen Metallen aus ganz Frankreich, darunter Dampferzeuger aus alten Atomkraftwerken, wird nicht nur umweltfreundlicher, sondern könnte auch wirtschaftliche Impulse setzen. Die Schrottverwertung soll bis 2031 in Betrieb gehen und dabei etwa 200 Arbeitsplätze schaffen. Ein bisschen Licht in der sonst eher trüben Geschichte der Atomkraft, könnte man sagen.
Für das Projekt sind rund 450 Millionen Euro eingeplant. Das ist eine gewaltige Summe, aber wenn man bedenkt, dass Frankreich trotz der Stilllegung von Fessenheim weiterhin an der Atomenergie festhält, scheint es fast wie eine Notwendigkeit. Die neue Strategie zur Energieversorgung sieht sogar den Bau von sechs neuen Atomkraftwerken ab 2038 vor – mit der Option auf acht weitere. Ein gewagter Schritt, der sicherlich in den nächsten Jahren für Diskussionen sorgen wird.
Es ist schon paradox: Während an einer Stelle der Rückbau eines Atomkraftwerks vorangetrieben wird, plant man an anderer Stelle, die Atomkraft erneut auszubauen. Die Gemüter sind gespalten, und das nicht nur in Frankreich. Auch hierzulande wird darüber heftig debattiert. Die Frage bleibt: Wie sieht die Zukunft der Energiegewinnung in Europa aus? Die Entwicklungen rund um Fessenheim werden sicherlich weiterhin ein heißes Thema bleiben.