Die Leonberger Stadtkirche, ein beeindruckendes Bauwerk mit über 700 Jahren Geschichte, steht vor einer grundlegenden Sanierung und wird mit einer neuen Orgel ausgestattet. Dieses ehrgeizige Projekt hat die Gemeinde und die Stadt Leonberg fest im Griff und wird mit rund einer Million Euro veranschlagt. Die Arbeiten sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein, und während dieser Zeit ist der Innenraum der Kirche eine Baustelle, geschützt durch Folien um Altar, Kanzel und Gestühl. Die Engel an der Kanzel wurden vorsorglich in das historische Pfarrhaus umgesiedelt, um sie während der Sanierungsarbeiten zu schützen.

Besonders bemerkenswert ist die Restaurierung der seitlichen Chororgel aus dem Jahr 1965, die vor Feuchtigkeit bewahrt wird. Vier Tafelbilder aus dem Jahr 1699 werden ebenfalls gesichert und nach der Sanierung an einem neuen Platz innerhalb der Kirche aufgehängt. Diese Arbeiten sind nicht nur notwendig, um die Kirche in ihrem historischen Glanz zu erhalten, sondern auch um die Putzmalereien, die aus der katholischen Zeit stammen, zu bewahren.

Ein neues Klangbild für die Gemeinde

Ein zentrales Element dieser Sanierung ist die neue Orgel, die von der Leonberger Orgelbauwerkstatt Mühleisen gefertigt wird. Mit 40 Registern und rund 3000 Pfeifen wird sie das musikalische Herzstück der Kirche bilden. Die Kirchengemeinde hat bereits 600.000 Euro für die Orgel gesammelt, und das ohne staatliche Zuschüsse für die Sanierung. Während die Bauarbeiten im Gange sind, finden die Gottesdienste bis zum Sommer 2027 an verschiedenen Orten statt, darunter der Kirchenhof und das Haus der Begegnung.

Zusätzlich wird der Kirchturm saniert, der mit maroden Balken und abbröckelndem Putz ebenfalls unter einem schlechten Zustand leidet. Die Kosten für die Turmsanierung belaufen sich ebenfalls auf rund eine Million Euro, wobei die Stadt Leonberg und der Oberkirchenrat Zuschüsse bereitstellen. Auch die Kirchturmzier wird restauriert und vergoldet, sodass der gesamte Komplex nach der Sanierung in neuem Glanz erstrahlen kann.

Finanzierung und Fördermittel

Die Sanierung der Leonberger Stadtkirche ist ein Paradebeispiel für den Erhalt von Kirchengebäuden in Deutschland. Diese sind nicht nur kulturelle und architektonische Zeugnisse, sondern prägen auch das Landschaftsbild. Der Erhalt solcher Bauwerke ist oft kostenintensiv, weshalb zahlreiche Förderprogramme ins Leben gerufen wurden, um Gemeinden bei der Instandhaltung zu unterstützen. Beispielsweise gibt es die Denkmalschutzförderung der Bundesländer, die bis zu 50 % der förderfähigen Kosten abdecken kann, sowie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die für kulturhistorisch bedeutende Kirchen finanzielle Unterstützung bietet.

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Zusätzlich können steuerliche Vorteile in Anspruch genommen werden, die bis zu 90 % der Sanierungskosten steuerlich geltend machen lassen. Auch regionale Stiftungen und Fördervereine tragen zur Erhaltung bei, indem sie finanzielle Mittel bereitstellen, die an den Nachweis der kulturellen Bedeutung gekoppelt sind. All diese Programme sind eine wertvolle Unterstützung, um die finanziellen Hürden einer Sanierung zu überwinden und die kulturelle Identität zu bewahren.