Die Zukunft des Rappenbaumareals zwischen Dagersheim und Darmsheim nimmt eine unerwartete Wendung. Die Rappenbaumschule, die seit ihrer Schließung im Jahr 2012 und der späteren Nutzung als Flüchtlingsunterkunft bis 2017 vor sich hin dümpelte, wird nun abgerissen. An ihrer Stelle wird eine grüne Wiese entstehen, die eine frische Note in die Region bringen soll. Im Rahmen dieser Entscheidung hat sich die Stadt Sindelfingen entschlossen, eine neue Schule und Sporthalle im Gewerbegebiet Bühl zu errichten, was nicht nur die Bildungslandschaft, sondern auch die sportlichen Möglichkeiten erweitern wird.
Die Abbrucharbeiten auf dem Rappenbaumareal sind bereits in vollem Gange und sollen bis Ende Juni 2026 abgeschlossen sein. „Historisch“ nannte Böblingens Oberbürgermeister Stefan Belz diesen Schritt, nachdem jahrelang Unklarheit über die Zukunft des Areals herrschte. Der Erste Bürgermeister von Sindelfingen, Christian Gangl, erklärte, dass verschiedene Optionen, wie der Neubau auf dem Rappenbaumgelände oder der Abriss der alten Mehrzweckhalle, in Erwägung gezogen wurden. Letztlich jedoch führten die Komplexität der Bauvorhaben und der hohe Abstimmungsbedarf zu der Entscheidung, das Areal aufzugeben.
Planungen für die Zukunft
Der geplante Neubau im Gewerbegebiet Bühl wird voraussichtlich fünf Jahre in Anspruch nehmen, während eine Bebauung des Rappenbaumareals bis zu acht Jahre hätte dauern können. Auch wenn auf dem Areal der Schule bald keine Schüler mehr lernen werden, bleibt der Schulverband zwischen Sindelfingen und Böblingen bestehen. In dieser Hinsicht wird eine Bürgerinformationsveranstaltung zum Neubau der Grundschule in Darmsheim für den 20. Mai 2026 angesetzt.
Das Hallenbad und die Mehrzweckhalle bleiben vorerst in Betrieb, obwohl auch diese Einrichtungen sanierungsbedürftig sind. Die Halle und das Hallenbad werden nur im Interimsbetrieb genutzt, da notwendige Arbeiten eingeschränkt sind. Das Hallenbad, das von Schulen und Vereinen genutzt wird, steht jedoch unter Druck: Der Zustand der Filteranlage ist kritisch, was einen Neubau als langfristige Lösung erscheinen lässt.
Finanzielle Herausforderungen und politische Einigkeit
Ein weiterer Aspekt, der die Planungen beeinflusst hat, sind die finanziellen Mittel. So gingen 3,2 Millionen Euro Bundesmittel verloren, da der Schulverband über zwei Jahre keinen Haushalt aufstellte. Der Haushalt für 2024 konnte nicht genehmigt werden, weil der Plan erst im Januar 2025 eingereicht wurde. Trotz dieser Schwierigkeiten gab es einen einstimmigen Beschluss für den Haushalt 2025, was auf eine Einigkeit zwischen den Städten hinweist.
Die Kosten für den Abriss der Schule belaufen sich voraussichtlich auf 1,75 Millionen Euro. Allerdings bleibt unklar, wann und ob die Schule ersetzt wird, da konkrete Neubaupläne noch nicht festgelegt sind. Sindelfingens Oberbürgermeister Kleemann hat eine viermonatige Frist für eine Entscheidung über die Zukunft des Areals gesetzt, was den Druck auf die Verantwortlichen erhöht.
Während die Region auf eine neue Ära zusteuert, bleibt abzuwarten, wie sich die geplanten Veränderungen auf die Gemeinschaft auswirken werden. Die neue Schule und Sporthalle im Gewerbegebiet Bühl könnten nicht nur eine Verbesserung der Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten bieten, sondern auch das soziale Leben in der Umgebung bereichern.