In Leonberg, genauer gesagt im Kaufland, gibt es seit Kurzem etwas ganz Neues: ein Apotheken-Terminal. Dieses innovative System ist Teil eines Pilotprojekts, das von Kaufland in Zusammenarbeit mit den Bühler-Apotheken ins Leben gerufen wurde. Man könnte sagen, es ist eine Antwort auf die Herausforderungen, vor denen die Apotheken heutzutage stehen, insbesondere wenn man bedenkt, dass in Baden-Württemberg die Apothekenzahl in den letzten 15 Jahren um fast ein Viertel gesunken ist. Andreas Bühler, Betreiber der Bühler-Apotheke, sieht in diesen Terminals eine Möglichkeit, dem Versandhandel, der immer mehr an Bedeutung gewinnt, die Stirn zu bieten.

Was kann man mit diesem Terminal alles machen? Der große Clou ist die Möglichkeit, E-Rezepte über die Versichertenkarte einzulösen. Das bedeutet, dass man seine Rezepte bequem direkt am Terminal abwickeln kann. Dazu kommt eine praktische Scan-Funktion, um die Verfügbarkeit von Arzneimitteln zu prüfen. Und das Bezahlen? Auch das geschieht ganz einfach direkt am Terminal. Medikamente, die bestellt werden, können entweder in der Bühler-Apotheke in Bietigheim abgeholt oder bei einem Bestellwert ab 10 Euro kostenfrei nach Hause geliefert werden. Datenschutz wird hier großgeschrieben: Keine Daten werden gespeichert, und eine Registrierung ist nicht notwendig.

Technologie trifft auf persönliche Beratung

Ein Video-Assistent führt die Nutzer durch den Bestellprozess. Allerdings muss man wissen: Eine persönliche Beratung durch einen Apotheker gibt es nicht direkt am Terminal. Fragen, die über den Standardprozess hinausgehen, können jedoch an das Apothekenpersonal weitergeleitet werden. Das ist ein bisschen wie ein digitaler Kompromiss zwischen Selbstbedienung und persönlichem Service. Einige lokale Apotheker in Leonberg zeigen sich allerdings skeptisch. Sie haben bereits ähnliche Online-Bestelloptionen entwickelt und möchten nicht, dass die Terminals ihre Bemühungen untergraben.

Spannenderweise gibt es noch ein weiteres Unternehmen, das ähnliche Lösungen anbietet: BetterApo. Die Gründer dieses Unternehmens, darunter auch Quddus, der familiäre Verbindungen zu Apothekern hat, setzen sich ebenfalls dafür ein, die Vor-Ort-Apotheken zu stärken. Ihr Terminal ist einfach gestaltet und bietet eine Vielzahl von Funktionen, einschließlich telepharmazeutischer Beratung über eine integrierte Audio-Video-Einheit. Das zeigt, dass die Technologie eine Brücke zwischen digitalem Service und persönlicher Beratung schlagen kann.

Der Markt im Wandel

Aber wo steht der Markt eigentlich? Im Onlineapothekenbereich dominieren derzeit Shop Apotheke und DocMorris, wobei die Shop Apotheke voraussichtlich einen Marktanteil von 54 % im Bereich E-Rezepte bis 2025 erreichen wird. DocMorris wird auf 29 % kommen, wächst aber langsamer. Und jetzt kommt die Überraschung: dm plant, Ende 2025 in den Apothekenmarkt einzutreten. Das könnte für ordentlich Wirbel sorgen, denn dm hat eine hohe Akzeptanz bei den Kunden und könnte durch attraktive Preise schnell Marktanteile gewinnen.

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In diesem dynamischen Umfeld werden die Terminals von Kaufland und Bühler-Apotheken sowie die von BetterApo zu einem wichtigen Bestandteil der Apothekenlandschaft. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Entwicklungen auf die lokale Versorgungsstruktur auswirken werden. Der Weg zur digitalen Apotheke ist eingeschlagen – und es gibt kein Zurück mehr.