Im April 2019 wurde in Markdorf ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: Die Markdorfer Umweltgruppe blies 35 Kerzen auf ihrer Geburtstagstorte aus! Gegründet 1983, hat sich die Gruppe seither als fester Bestandteil der örtlichen Gemeinschaft etabliert. Ihr Engagement für nachhaltige Kommunalpolitik ist nicht nur bewundernswert, sondern auch dringend notwendig in Zeiten, in denen der Flächenverbrauch und die Stadtentwicklung ständig in der Diskussion stehen.
Unter der neuen Führungsspitze, bestehend aus Jonas Koch als Vorsitzendem und Andrea Goumas als Vizevorsitzender, hat sich viel getan. Die Gruppe hat einen Generationswechsel durchlebt – nur noch zwei Mitglieder kommen aus der ursprünglichen Gründergeneration. Doch der frische Wind bringt nicht nur neue Ideen, sondern auch eine klare Vision: die Lebensqualität in Markdorf langfristig für alle zu erhalten, nicht nur für eine privilegierte Minderheit. Das ist ein wichtiger Punkt, denn wie wir alle wissen, ist es entscheidend, dass die Stimme der Bürger gehört wird, wenn es um Themen wie Klima-, Natur- und Umweltschutz geht.
Wichtige Themen und aktuelle Projekte
Die Markdorfer Umweltgruppe hat sich auf verschiedene Schwerpunkte konzentriert. Dazu gehören nicht nur der Flächenverbrauch und der Straßenbau, sondern auch die Themen Wohnen und Bauen. Aktuell stehen Baugebiete wie Klosteröschle, Untere Breitwiesen und das Schussenrieder-Hof-Areal auf der Agenda. Es ist spannend zu sehen, wie die Gruppe konstruktive Vorschläge in den Gemeinderat einbringen möchte, um deren Umsetzbarkeit zu prüfen. Da wird nicht einfach nur geredet, sondern auch richtig angepackt!
Ein elementarer Bestandteil ihrer Arbeit sind die Arbeitsgruppen zu spezifischen Themen. Hier werden Ergebnisse in Klausurtagungen besprochen, und die Mitglieder stehen in engem Kontakt zur Basis. Exkursionen und Experten-Runden zu Landwirtschaft, Häuserbau und Waldwirtschaft gehören ebenfalls zum Programm. Es ist einfach erfrischend zu erleben, wie nah die Umweltgruppe an den Menschen ist und wie sie ein Politikverständnis pflegt, das auf praktischer Umsetzung basiert – unabhängig von Parteiprogrammen. Da wird nicht nur Politik gemacht, sondern auch gelebt!
Umweltgerechtigkeit als Leitbild
Doch nicht nur in Markdorf gibt es Bestrebungen für eine nachhaltige und gerechte Umwelt. Der integrierte Ansatz der Umweltgerechtigkeit, wie er auch auf der Website des Umweltbundesamtes beschrieben wird, strebt eine gesunde Umwelt für alle Menschen an, unabhängig von ihrer sozialen Lage. Es wird immer deutlicher, dass die Corona-Pandemie soziale Ungleichheiten verstärkt hat. Vor diesem Hintergrund wird es umso wichtiger, sich an einem Leitbild zu orientieren, das Umwelt-, Naturschutz und soziale Gerechtigkeit miteinander verbindet.
Das Ziel ist klar: Schaffung bestmöglicher Gesundheitschancen und hoher Lebensqualität für alle Bürger*innen. Die Herausforderungen sind vielfältig – sei es die Identifikation mehrfach belasteter Stadtteile oder die Notwendigkeit einer partizipativen Ermittlung von Ist-Stand und Bedarfen. Die Zusammenarbeit mit Akteuren außerhalb von Politik und Verwaltung ist unerlässlich. Hierbei zeigt sich, dass Umweltgerechtigkeit nicht nur ein kommunales Thema ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung.
Die Markdorfer Umweltgruppe ist ein lebendiger Teil dieses Prozesses. Mit der Initiierung von Projekten, die die Lebensbedingungen vor Ort verbessern sollen, wie die Umnutzung von Gebäuden und die Schaffung von Grünflächen, wird hier aktiv an einer besseren Zukunft gearbeitet. Es ist eine spannende Zeit, in der die Weichen für die nächsten Jahrzehnte gestellt werden. Und wer weiß, vielleicht wird Markdorf bald als Vorzeigebeispiel für andere Kommunen gelten, wenn es um die Umsetzung von Umweltgerechtigkeit geht.