Heute ist der 8. Mai 2026 und die Vorbereitungen für die Kreistagssitzung am 13. Mai in Eriskirch laufen auf Hochtouren. Der Landrat Luca Wilhelm Prayon hat sich klar positioniert: Der Medizin Campus Bodensee (MCB) soll mit der Oberschwabenklinik (OSK) fusionieren. Der Grund? Eine bessere Perspektive für die langfristige, verlässliche und leistungsfähige Krankenhausversorgung im Bodenseekreis. Das ist keine leichte Entscheidung, und sie wird als eine der wichtigsten des Kreistags angesehen.
Die letzten Monate waren geprägt von intensiven Verhandlungen. Prayon spricht von rund einem Jahr, in dem die verschiedenen Aspekte sorgfältig abgewogen wurden. Es geht nicht nur um Zahlen und Statistiken, sondern auch um die medizinische Perspektive und die kommunale Trägerschaft. Es ist ein komplexes Puzzle, das es zu lösen gilt, um eine gemeinsame Weiterentwicklung von MCB und OSK zu ermöglichen. Das Ziel ist klar: eine sichere und qualitativ hochwertige Versorgung für die Bürgerinnen und Bürger der Region.
Die Herausforderungen des MCB
Ein Blick auf die Hintergründe ist unerlässlich. Der Medizin Campus Bodensee ist seit November offiziell insolvent. Die Stadt Friedrichshafen trägt derzeit die Verantwortung für den MCB, der Standorte in Friedrichshafen und Tettnang umfasst. Die finanzielle Schieflage hat ihre Wurzeln in der Krise des Automobilzulieferers ZF und den steigenden Verlusten beim MCB. Da ist es kein Wunder, dass die Entscheidung über die Krankenhausstruktur so viel Gewicht hat. Jeder Schritt muss gut überlegt sein.
Mitte Mai soll bekannt gegeben werden, wer den Klinikverbund MCB übernimmt. Von ursprünglich drei Interessenten sind noch zwei im Rennen: die Oberschwabenklinik und die AMEOS-Gruppe. In einer nicht öffentlichen Sitzung präsentierten die Vertreter der beiden Kliniken ihre Angebote und Konzepte. Jeder hatte eine Stunde Zeit, um das Gremium zu überzeugen, Fragen zu beantworten und Finanzierungsmodelle zu erläutern. Die SRH-Kliniken scheinen hingegen aus dem Rennen zu sein. Ein weiteres Zeichen, dass es hier um viel mehr als nur um Zahlen geht – es geht um Vertrauen und langfristige Perspektiven.
Der Weg zur Entscheidung
Der Kreistag trifft am 13. Mai eine weitreichende Entscheidung. Prayon betont, dass man Schritt für Schritt vorankommt und an den letzten Details feilen muss. Die Unterstützung durch die Verwaltungsspitze, darunter der Erste Landesbeamte Christoph Keckeisen sowie die Dezernenten Michael Lissner und Ignaz Wetzel, ist ebenfalls wichtig. Sie alle wissen, dass der verantwortungsvolle Einsatz der vorhandenen Ressourcen und eine tragfähige Organisation der Versorgung im Fokus stehen müssen.
Die Sitzungsunterlagen werden online bereitgestellt, sodass sich interessierte Bürger und Bürgerinnen unter www.bodenseekreis.de/politik-verwaltung/kreistag/kreistag-online/ einen Überblick verschaffen können. Es bleibt spannend, wie sich die Gespräche und Verhandlungen in den kommenden Tagen entwickeln werden.