Goldene Erde: Der Bodenseekreis im Wandel der ökologischen Landwirtschaft
Es ist wieder diese Zeit des Jahres, in der die Natur uns mit ihrem vollen Reichtum belohnt. Im Bodenseekreis, wo die sanften Hügel die Landschaft prägen, wird das Zusammenspiel zwischen Boden, Landwirtschaft und dem Menschen in den Fokus gerückt. Gold, das alte Symbol des Reichtums, wird hier nicht nur als Bodenschatz betrachtet, sondern auch als Metapher für die Kostbarkeit des Bodens. Bernhard Markgraf von Baden, ein Mann mit einem auffälligen Goldring, und seine Gesprächspartner, Bio-Landwirt Simon Hack und Agrarökonomin Nicola Gindele, diskutieren über die Bedeutung der Bodenpflege und die Herausforderungen, die damit verbunden sind.
Markgraf von Baden verwaltet beeindruckende 50 Quadratkilometer, während Simon Hack mit viel Leidenschaft und einem Hauch von „Irrsinn“ 40 Hektar bewirtschaftet. Er hat sich für den Bio-Landbau entschieden, und das hat nicht nur Auswirkungen auf seinen Hof, sondern auch auf die Region. „Guter Boden riecht frisch“, sagt Gindele und betont, wie wichtig er für das Leben ist. Hack hingegen sieht die Tierhaltung als unverzichtbar an, weil sie die Landschaft pflegt und lebendig hält.
Der Weg zum ökologischen Landbau
Die Umstellung auf Bio-Landbau ist oft ein steiniger Weg. Markgraf von Baden berichtet von Verlusten an Boden durch konventionelle Landwirtschaft und kritisiert die Subventionierung in Deutschland. In den USA, so heißt es, stieg die Zahl der Biobetriebe zwischen 2002 und 2016 um satte 300%! In Deutschland hingegen stagnieren die Zahlen, was umso frustrierender ist, wenn man bedenkt, dass der ökologische Landbau ressourcenschonend und umweltverträglich ist. Er orientiert sich am Prinzip der Nachhaltigkeit, verzichtet auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und sorgt für geschlossene Nährstoffkreisläufe. Nährstoffe aus Mist und Gülle werden auf hofeigenen Flächen ausgebracht, was den Boden fruchtbarer macht und gleichzeitig die Gewässer schützt.
Gindele, die Co-Geschäftsführerin des Regenerate Forums und ebenfalls für Markgraf von Baden tätig, sieht die Zukunft des ökologischen Landbaus optimistisch. Sie und Hack planen, an Schulen über Landwirtschaft und Tierhaltung zu referieren, um das Bewusstsein der jungen Generation zu schärfen. Schließlich könnte weniger Fleischkonsum dazu führen, dass Flächen für andere Nutzungen freigegeben werden, was wiederum der Artenvielfalt zugutekommt. Laut dem Statistischen Bundesamt waren im Jahr 2024 bereits 11,2 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland ökologisch bewirtschaftet.
Die Herausforderungen und Chancen
Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Im Jahr 2024 gab es einen Rückgang von 799 Betrieben im ökologischen Landbau, bedingt durch altersbedingte Betriebsaufgaben und fehlende Hofnachfolge. Dennoch bleibt der Bio-Markt in Deutschland der größte in Europa, mit einem Umsatz von knapp 17 Milliarden Euro. Die Nachfrage nach Bioprodukten übersteigt das inländische Angebot, was ein großes Potenzial für mehr heimische Produktion mit sich bringt.
Das BMLEH (Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat) fördert den ökologischen Landbau und hat eine Bio-Strategie 2030 ins Leben gerufen, die darauf abzielt, den Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen bis 2030 auf 30 Prozent zu erhöhen. Auf der BIOFACH 2026 in Nürnberg werden innovative Produkte und Entwicklungen im ökologischen Bereich präsentiert – eine perfekte Gelegenheit für alle, die sich für die Zukunft der Landwirtschaft interessieren!
Die nächste Veranstaltung „Live im Luv“ steht bereits in den Startlöchern. Am 20. Juli wird das Thema Tourismus im Mittelpunkt stehen. Es bleibt abzuwarten, wie die Diskussionen um Bodenpflege und ökologische Landwirtschaft weiterhin die Menschen im Bodenseekreis bewegen und welche neuen Ideen und Ansätze dabei entstehen werden.
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