Am 21. Mai 2026 war es endlich so weit: Die neue Dauerausstellung im Gartenhaus von Christoph Martin Wieland wurde feierlich eröffnet. Ein Ereignis, das in der Stadt Biberach, der Heimat des berühmtesten Sohnes, mit Spannung erwartet wurde. Oberbürgermeister Norbert Zeidler war vor Ort und brachte mit seinen Worten zum Ausdruck, wie wichtig es ist, Kultur neu zu vermitteln. Besonders in einer Zeit, in der Aufklärung und Inspiration so gefragt sind. Wer könnte dafür besser stehen als Wieland selbst, dessen literarisches Erbe bis heute nachhallt?

Die Kuratorin Dr. Kerstin Bönsch und ihr engagiertes Team haben eine Ausstellung geschaffen, die sowohl informativ als auch beeindruckend ist. Mit 60.000 Euro förderte das Deutsche Literaturarchiv Marbach die Initiative, und die Stadt Biberach steuerte ebenfalls 60.000 Euro bei. Unterstützt wurde das Projekt zudem durch Spenden der Stiftung BC der Kreissparkasse und der OEW. Ein starkes Zeichen für die Wertschätzung von Kultur in der Region!

Ein Ort der Inspiration

Das Gartenhaus, selbst ein kleines architektonisches Kleinod, soll als Ort der Inspiration und der Aufklärung dienen. Im Erdgeschoss lädt das Café 1800 zum Verweilen und zu anregenden Gesprächen ein. Hier kann man sich mit einem Kaffee in der Hand über die Welt der Literatur austauschen, während im Obergeschoss die eigentliche Ausstellung auf Besucher wartet. Diese zeigt nicht nur Kupferstiche von Wielands Zeitgenossen, sondern bietet auch tiefere Einblicke in deren aufklärerische Ideen.

Die eigens angefertigte Tapete aus Barcelona verleiht der Ausstellung ein ganz besonderes Flair. Und das ist noch nicht alles: Im Obergeschoss können Besucher an zwei Hörstationen verweilen, sich auf fahrbaren Möbeln niederlassen oder am Schreibtisch ihre eigenen Gedanken zu Papier bringen. Eine goldene Zitatenspur zieht sich durch den Raum – eine Hommage an die Worte, die Wieland und seine Zeitgenossen geprägt haben.

Eine Reise durch Wielands Leben

Christoph Martin Wieland wurde 1733 im Pfarrhaus von Oberholzheim geboren, einem kleinen Ort, der zur freien Reichsstadt Biberach gehörte. Seine Familie hatte eine lange Tradition in der Stadt; sein Urgroßvater war Bürgermeister und sein Vater war als Theologe in verschiedenen kirchlichen Ämtern tätig. Diese Wurzeln prägten den jungen Wieland, der schon früh mit dem Schreiben begann und mit 16 Jahren fast alle römischen Klassiker gelesen hatte. Sein literarisches Talent führte ihn über verschiedene Stationen, von einem pietistischen Internat bis hin zu einem Jurastudium, das er bald zugunsten der Literatur abbrach.

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Wielands Karriere nahm Fahrt auf, als er 1752 sein erstes größeres Werk veröffentlichte. Trotz persönlicher Rückschläge, wie der Trennung von seiner Verlobten Sophie, blieb er produktiv. Er wurde Hauslehrer in Zürich und knüpfte Kontakte zu bedeutenden Vertretern der Aufklärung. Später gründete er die literarische Zeitschrift „Der Teutsche Merkur“, die von 1773 bis 1789 unter seiner Herausgeberschaft bekannt wurde. Seine Übersetzungen von Shakespeare beeinflussten das deutsche Theaterleben nachhaltig.

Die Dauerausstellung im Gartenhaus von Christoph Martin Wieland ist vom 21. Mai bis 1. November 2026 geöffnet. Besucher können donnerstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr eintauchen in die Welt dieses faszinierenden Autors, der als Begründer des deutschen Bildungsromans gilt. Der Eintritt kostet 5 Euro, Schüler:innen und Student:innen haben freien Eintritt. Gruppenführungen sind sogar außerhalb der regulären Öffnungszeiten möglich – eine großartige Gelegenheit für alle, die mehr über die Lebensgeschichte und das Werk dieses bedeutenden Schriftstellers erfahren möchten.

Für mehr Informationen besuchen Sie die Webseite www.wieland-museum.de.