In Biberach, wo Tradition auf modernes Handwerk trifft, hat Jannik Reichle den Betrieb seines Vaters, Hans-Joachim Reichle, in eine GmbH umgewandelt. Der altehrwürdige Familienbetrieb, gegründet 1907 von Johannes Reichle, ist nicht nur das älteste Stuckateurunternehmen im Landkreis, sondern auch ein Symbol für Handwerkskunst und Beständigkeit. Mit viel Elan und frischen Ideen führt Jannik jetzt die Geschäfte – als alleiniger Inhaber und Geschäftsführer. Man kann sich die Freude und den Stolz gut vorstellen, wenn man bedenkt, dass sein Vater über 40 Jahre lang das Zepter in der Hand hielt und der einzige Stuckateur der Stadt war.

Die Werkstatt befindet sich im Bibera-Schulze-Delitzsch-Weg 15 und hat sich auf Fassadenrenovierung und -sanierung spezialisiert. Dabei spielt die Wärmedämmung eine wichtige Rolle, um den aktuellen Anforderungen an Energieeffizienz gerecht zu werden. Der Betrieb beschäftigt nicht nur zwei qualifizierte Stuckateur-Meister, sondern auch mehrere langjährig tätige Facharbeiter, insgesamt zehn motivierte Mitarbeiter, die gemeinsam anpacken. Die Aufträge, die sie an Land ziehen, kommen überwiegend von Privatkunden, aber auch öffentliche Aufträge finden ihren Weg in die Werkstatt. Das Team ist bereit, im Umkreis von etwa 40 Kilometern um Biberach zu arbeiten.

Fassaden mit Geschichte

Bei der Fassadenrenovierung sind die Wünsche der Eigentümer und der Denkmalschutz nicht nur lästige Vorschriften, sondern eine echte Herausforderung, die das Team mit Herz und Verstand meistert. Schließlich schützt die Fassade das Gebäude vor Witterungseinflüssen und trägt zur individuellen Note eines Hauses bei – und das ist mehr als nur eine schicke Optik. Jannik legt großen Wert auf die hohe Qualität seiner Dienstleistungen, die von der ersten Beratung bis zur finalen Fertigstellung alles umfassen. Individuelle Lösungen für Innenputze, die das Raumklima und die Gestaltung positiv beeinflussen, sind da nur das Sahnehäubchen obendrauf.

Um die langjährige Treue ihrer Mitarbeiter zu würdigen, fand kürzlich eine Betriebsfeier statt, die voller herzlicher Worte und schöner Erinnerungen war. Shaban Sylai, Manfred Gerstenmaier, Dirk Deutscher und Sven Kutz wurden für ihre bemerkenswerten Dienstzeiten geehrt – 15, 25 und sogar 35 Jahre. Das zeigt, wie sehr die Menschen in diesem Betrieb verwurzelt sind. Es ist schön zu sehen, dass Handwerk nicht nur Arbeit, sondern auch Gemeinschaft bedeutet.

Ein Blick auf die Herausforderungen der Betriebsübergabe

Die Unternehmensnachfolge ist ein Thema, das viele Betriebe betrifft. Ein Blick über die Schulter zeigt, dass es oft an geeigneten Nachfolgern mangelt. Die demografische Entwicklung und attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten für Handwerker setzen die Branche unter Druck. Die größten Stolpersteine auf dem Weg zu einer erfolgreichen Übergabe sind häufig niedrige Umsätze und die Abhängigkeit vom Inhaber. Auch hohe finanzielle Forderungen der Altinhaber und strukturelle Probleme in Wohngebieten können die Übernahme erschweren.

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Die Unterstützung in Form von interdisziplinärer Beratung ist entscheidend, um die Herausforderungen zu meistern. Handwerksorganisationen bieten ein Netzwerk von Betriebsberatern an, die sowohl abgebenden als auch übernehmenden Handwerkern zur Seite stehen. Die Beratungen umfassen Unternehmensbewertung, Finanzierung und die Umsetzung von Unternehmenskonzepten – alles, was man braucht, um die nächste Generation gut aufzustellen.

Das Handwerk ist schließlich ein wichtiger Teil des Mittelstands, und die zukünftigen Unternehmer sind entscheidend für seinen Erfolg. Überall da, wo es um die Übergabe von Betrieben geht, sollten bürokratische Hürden geprüft und Erleichterungen geschaffen werden. Denn die Betriebsübernahme ist eine attraktive Gründungsform, die in der öffentlichen Kommunikation hervorgehoben werden sollte.