In der kleinen aber feinen Hostienbäckerei Klumpp in Ochsenhausen, gelegen in der malerischen Region Oberschwaben, wird das ganz besondere „Brot des Lebens“ hergestellt. Hier, im Keller eines Einfamilienhauses, wo der Duft von frischem Teig die Luft erfüllt, werden täglich beeindruckende 150.000 Hostien produziert. Diese kleinen, runden Teigstücke sind nicht nur einfach Nahrungsmittel, sondern tragen das tiefgehende Symbol der Gegenwart von Jesus Christus in der katholischen Kirche – beim Fronleichnam werden sie in einer Monstranz als „gültige Materie“ bei Prozessionen verwendet. Ein bemerkenswerter Familienbetrieb, der mittlerweile in der dritten Generation von der Familie Klumpp geleitet wird, begann ursprünglich mit der Pasta-Produktion und hat sich nun ganz den Hostien verschrieben.

Die Herstellung dieser kleinen, runden Köstlichkeiten erfolgt ausschließlich aus Weizenmehl und Wasser, streng nach dem Reinheitsgebot der katholischen Kirche. Interessanterweise sind glutenfreie Hostien, die aus Weizenstärke gefertigt werden, in der Regel nicht für die Kommunion zugelassen – es gibt jedoch Ausnahmen. Die Deutschen Bischofskonferenz hat bereits im Jahr 1996 empfohlen, glutenarme Hostien zu verwenden, die einen Glutenanteil von unter 20 ppm aufweisen. Diese speziellen Hostien dürfen als „glutenfrei“ gekennzeichnet werden und sind somit für Personen mit Glutenunverträglichkeit zugänglich, wenn auch unter bestimmten Umständen. Auch die katholische Kirche hat 2017 erneut auf diese Richtlinien hingewiesen.

Ein Blick hinter die Kulissen

Die Klumpp-Bäckerei exportiert ihre Hostien nicht nur in die Nachbarländer wie Österreich und die Schweiz, sondern auch bis nach Australien, Südafrika und in die USA. 80% der hergestellten Hostien gehen direkt an die katholische Kirche. Eine interessante Tatsache ist, dass der Vatikan eigene Hostien produziert, doch die Klumpps sind stolz auf ihre jährliche kirchliche Zulassung zur Produktion. Hier wird jede Hostie auf die Größe eines Zwei-Euro-Stücks gestanzt und in 500-Stück-Packungen verpackt. Einige Pfarrgemeinden kommen sogar persönlich vorbei, um ihre Bestellungen abzuholen – eine kleine, aber feine Verbindung zwischen Tradition und Gemeinschaft.

Es ist bemerkenswert, dass etwa ein Drittel des Materials, das beim Stanzen der Hostien übrig bleibt, als Tierfutter verwendet wird. So wird nichts verschwendet, und die Kreisläufe bleiben intakt. Für die Hostienliebhaber unter uns, die sich fragen, wie diese kleinen „Brote“ tatsächlich schmecken oder ob sie etwa einen besonderen Geruch haben – nun, sie sind tatsächlich geschmacklich neutral. Das ist auch gewollt, denn sie sollen in der Liturgie und bei der Kommunion nicht vom eigentlichen Akt des Glaubens ablenken.

Glutenfreie Optionen und ihre Bedeutung

Für Menschen mit Gluten- oder Weizenunverträglichkeit kann die Teilnahme an der Kommunion eine Herausforderung darstellen. Viele Kirchen sind mittlerweile darauf vorbereitet und halten glutenfreie Hostien in ihren Sakristeien bereit. Diese bestehen aus Wasser und glutenfreier Weizenstärke und sind auch aus kirchenrechtlicher Sicht gültig. Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich rechtzeitig vor der Messe in der Sakristei erkundigen – denn nichts ist schlimmer, als eine verpasste Gelegenheit, die Gemeinschaft zu erleben.

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Es ist eine spannende Zeit für die Hostienbäckerei Klumpp, die nicht nur mit einer Tradition von über 100 Jahren aufwarten kann, sondern auch mit einem klaren Blick in die Zukunft. Die Bäckerei bleibt am Puls der Zeit und passt sich den Bedürfnissen der Gläubigen an – und das ist einfach nur großartig! Hier wird nicht nur gebacken, hier wird Geschichte geschrieben, eine Hostie nach der anderen.