Am Montagnachmittag, dem 22.06.2026, erlebte die Stadt Baden-Baden einen unerwarteten Stromausfall. Teile der Innenstadt sowie die Ortsteile Lichtental, Oberbeuern und Geroldsau waren betroffen. Aber keine Panik – nicht alle Stadtteile waren im Dunkeln, sondern nur bestimmte Bereiche. Die Stadtwerke waren schnell zur Stelle und konnten nach etwa fünf Stunden den Schaden an zwei Kabelsträngen lokalisieren und beheben. Ein Erdschluss hatte den Stromfluss unterbrochen. Währenddessen blieb im Theresienheim der Aufzug stehen – eine unliebsame Situation für die Bewohner, die auf eine schnelle Lösung hofften.

Die Feuerwehr reagierte auf die Notlage und richtete mehrere Anlaufstellen für die Bürger ein. Ein guter Service, der in solchen Momenten wichtig ist. Es ist beruhigend zu wissen, dass die Feuerwehr immer bereit ist, auch wenn die Lichter mal ausgehen. Nach einigen Stunden fließt der Strom mittlerweile wieder im gesamten Stadtgebiet – eine Erleichterung für viele, auch wenn die genaue Anzahl der betroffenen Personen weiterhin unbekannt bleibt.

Die Wasserversorgung bleibt gesichert

Doch während der Stromausfall in einigen Stadtteilen für Verwirrung sorgte, bleibt die Wasserversorgung in Baden-Baden durch die Stadtwerke gesichert. Diese können ihren Betriebsstandort in der Waldseestraße bis zu 100 Stunden unabhängig von externer Stromversorgung betreiben – vor allem für kritische Infrastrukturen. Das bedeutet, dass in der Regel niemand ohne Wasser dasteht. Die Wasserversorgung erfolgt im Jahresschnitt zur Hälfte über das Grundwasserwerk Sandweier und zur anderen Hälfte aus den Schwarzwald-Quellgebieten. In den Sommermonaten, wenn der Bedarf steigt, müssen rund 90% der Wasserversorgung aus Sandweier abgedeckt werden.

Das Grundwasserwerk Sandweier ist mit einem Notstromaggregat ausgestattet, das für den Volllastbetrieb ausgelegt ist. 30.000 Liter Diesel stehen bereit, um das Aggregat bei Bedarf nachzutanken. So bleibt die Wasserversorgung auch während eines Stromausfalls sichergestellt. Allerdings ist das nicht bei allen Quellwasser-Aufbereitungsanlagen der Fall. Diese haben keine eigene Notstromversorgung, weshalb die Stadtwerke die Nutzung des Wassers bei Stromausfällen gegebenenfalls einschränken müssen.

Die Auswirkungen eines langanhaltenden Stromausfalls

Ein großflächiger, langanhaltender Stromausfall hat weitreichende Folgen. Kommunikation, Gesundheitsversorgung, Mobilität und sogar die Lebensmittelversorgung könnten stark beeinträchtigt oder ganz zum Erliegen kommen. Eine Untersuchung des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) aus dem Jahr 2010 zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit eines mehrwöchigen Stromausfalls zwar gering ist, die Konsequenzen jedoch katastrophal wären. Alle Kritischen Infrastrukturen, insbesondere die Informations- und Telekommunikation, Wasser- und Abwasserversorgung sowie die Lebensmittelversorgung, wären betroffen.

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In Deutschland gibt es zur Notfallplanung bei Stromausfällen keine zentrale Behörde. Maßnahmen werden von Bund, Ländern und Kommunen eigenständig umgesetzt. KRITIS-Betreiber, also Betreiber kritischer Infrastrukturen, erstellen Notfallpläne, beschaffen Notstromaggregate und üben regelmäßig den Ernstfall. Die Notstromversorgung soll mindestens 72 Stunden ohne Nachbetankung funktionieren – eine wichtige Maßnahme, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben. Obwohl die Abhängigkeit dieser Sektoren von der Stromversorgung wächst, sind nur wenige Bereiche gesetzlich verpflichtet, eine Notstromversorgung sicherzustellen.

Bürgerinnen und Bürger sollten sich ebenfalls auf mögliche Stromausfälle vorbereiten und wissen, wie sie in solchen Situationen reagieren können. Das kann im Ernstfall den Unterschied machen. Es ist also besser, vorbereitet zu sein. Und auch wenn der heutige Ausfall in Baden-Baden glücklicherweise schnell behoben werden konnte, bleibt das Bewusstsein für die Fragilität der Infrastruktur wichtig.

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