In Baden-Württemberg ist die Feuerwehr wahrlich ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesellschaft. Im vergangenen Jahr 2022 löschten die tapferen Einsatzkräfte insgesamt 21.716 Brände – das ist die höchste Zahl, die je verzeichnet wurde! Wenn man bedenkt, dass die Feuerwehr im Schnitt alle vier Minuten alarmiert wird, wird schnell klar, wie entscheidend ihr Engagement ist. In der Summe gab es im letzten Jahr 128.385 Einsätze und Alarmierungen, wobei nur etwa 17 Prozent dieser Einsätze tatsächlich Brände betrafen. Ein Großteil, nämlich 43 Prozent, war technische Hilfe – oft bei Unfällen. Und dann sind da noch die Tierrettungen und die Unterstützung des Rettungsdienstes, die ebenfalls einen signifikanten Anteil ausmachen.
Doch die Zahlen sind nicht nur beeindruckend, sie werfen auch einen Schatten. Fehlalarme, die rund 23 Prozent der Einsätze ausmachten, bleiben konstant – das Niveau des Vorjahres. Hier könnte die steigende Zahl automatischer Alarmsysteme eine Rolle spielen. Auf der anderen Seite haben die Feuerwehrleute im Jahr 2022 16.296 Menschen gerettet oder in Sicherheit gebracht. Tragischerweise wurden 2.122 Menschen nach Unfällen oder Bränden tot geborgen, was die höchste Zahl seit 30 Jahren darstellt. Die Sicherheit der Feuerwehrangehörigen ist ebenso ein Thema, denn 1.644 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren und 161 der Berufsfeuerwehren wurden verletzt.
Ein Blick auf 2023: Rekorde und Herausforderungen
Der Blick auf das Jahr 2023 zeigt, dass sich die Situation nicht nur stabilisiert, sondern in vielen Punkten sogar verbessert hat. Die Feuerwehrstatistik aus diesem Jahr belegt, dass sich immer mehr Menschen ehrenamtlich engagieren, insbesondere Jugendliche. Ein schöner Trend: Der Anstieg der Angehörigen der Jugendfeuerwehren um rund 9 Prozent zeigt, dass das Interesse an diesem wichtigen Ehrenamt wächst. Besonders erfreulich ist der Anstieg des Anteils der Mädchen in den Jugendgruppen um etwa 18 Prozent. Das sind gute Nachrichten für die Zukunft der Feuerwehr!
Das Jahr 2023 war zudem das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Einsätze: Die Zahl der Brandeinsätze stieg um 1,5 Prozent im Vergleich zu 2022. Technische Hilfeleistungen nahmen sogar deutlich zu – ein Anstieg um 16 Prozent, hauptsächlich aufgrund von Unwetterereignissen, die insbesondere Freiburg und Tübingen betroffen haben. Insgesamt verzeichnete die Feuerwehr 133.994 Einsätze. Davon waren 62.341 technische Hilfeleistungen und 27.556 Fehlalarme. Auch die rettungsdienstlichen Notfalleinsätze verzeichneten einen leichten Rückgang von 7 Prozent.
Ein starkes Team mit Zukunft
Ein Blick auf die Zahlen der Feuerwehrangehörigen zeigt eine positive Entwicklung: Im Jahr 2023 stieg die Gesamtzahl der Angehörigen in den Einsatzabteilungen der Gemeindefeuerwehren auf 115.440 – ein Rekordwert. Von diesen sind 112.751 ehrenamtlich tätig, und die Zahl der Feuerwehrfrauen stieg um etwa 6 Prozent auf 8.798. Das ist ein ermutigendes Zeichen für die Gleichstellung und Vielfalt in den Reihen der Feuerwehr. Darüber hinaus sind rund 26 Prozent der Feuerwehrangehörigen ausgebildete Führungskräfte, was die Professionalität der Einsatzkräfte unterstreicht.
Die Herausforderungen sind jedoch nicht zu ignorieren. Die Zahl der verletzten Feuerwehrangehörigen ist gestiegen: bei den Berufsfeuerwehren von 100 auf 140 und bei den Freiwilligen von 1.417 auf 1.709. Glücklicherweise gab es im Jahr 2023 keinen tödlichen Unfall unter Feuerwehrangehörigen im Einsatz, was ein kleiner Lichtblick inmitten der Schwierigkeiten ist. Innenminister Thomas Strobl würdigte in einer Stellungnahme die Bedeutung des Ehrenamts für die Sicherheit in Baden-Württemberg und dankte allen Feuerwehrleuten für ihren unermüdlichen Einsatz.