Heute ist der 21.04.2026. Im Ostalbkreis ist die Elektromobilität auf dem Vormarsch, auch wenn die Zahlen noch verbesserungswürdig sind. Zum Stichtag 1. Januar 2026 hatten 12,4 Prozent aller zugelassenen Pkw in der Region einen alternativen Antrieb, sei es elektrisch, hybrid oder mit Gas. Damit belegt der Ostalbkreis Platz 30 von 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg. Im Vergleich dazu liegt der Landesschnitt bei 14,3 Prozent, während der Bundesschnitt bei 13,6 Prozent rangiert. Ein Blick auf den Nachbarkreis Heidenheim zeigt, dass hier nur 11,1 Prozent der Fahrzeuge alternative Antriebe nutzen, was Platz 42 bedeutet.

Insgesamt sind in Baden-Württemberg über eine Million Alternativfahrzeuge zugelassen, ein Zuwachs von 18 Prozent gegenüber 2025. Besonders auffällig ist der hohe Anteil an gewerblichen Haltern in Großstädten wie Stuttgart, wo 69,1 Prozent der vollelektrischen Pkw und Plug-In-Hybride in gewerblichen Händen sind. Im ländlichen Ostalbkreis hingegen sind 92 Prozent der Haushalte auf das Auto angewiesen, wobei 78 Prozent das Fahrzeug für den Arbeitsweg nutzen.

Aktuelle Zahlen und Entwicklungen

Von den 213.190 zugelassenen Pkw im Ostalbkreis entfallen 8.097 auf reine Elektrofahrzeuge und 17.364 auf Hybridautos. Der größte Teil der Alternativantriebe sind klassische Hybride ohne Stecker, mit 5,9 Prozentpunkten des gesamten 12,4-Prozent-Anteils. Der Anteil rein elektrisch fahrbarer Autos liegt bei rund 6 Prozent, während der BEV-Anteil (Batterieelektrische Fahrzeuge) mit 3,8 Prozent unter dem landesweiten Schnitt von 4,6 Prozent bleibt. Im ersten Quartal 2026 waren 33,7 Prozent aller neu zugelassenen Pkw in Deutschland rein oder teilelektrisch – ein Plus von fast 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ein weiterer Aspekt ist die Ladeinfrastruktur, die im Ostalbkreis noch hinter dem Bedarf zurückbleibt. In Aalen stehen derzeit 3.562 Kilowatt Ladeleistung zur Verfügung, jedoch wird ein Anstieg auf 10.016 Kilowatt bis 2030 und über 15.000 Kilowatt bis 2035 angestrebt. Die Stadt Aalen kann dabei keine eigenen Ladepunkte betreiben und ist auf externe Investoren angewiesen. Es wird betont, dass die Ladeinfrastruktur der Nachfrage vorauslaufen muss, um die Elektromobilität weiter zu fördern.

Förderung aktiver Mobilität

Doch nicht nur die Elektromobilität spielt eine Rolle im Ostalbkreis. Der ÖPNV ist ein wichtiger Baustein zur Reduzierung des Verkehrsaufkommens. Die Schienenstrecken der Remsbahn, Oberen Jagstbahn, Brenzbahn und Riesbahn verbinden die Wirtschaftsstandorte mit überregionalen Zentren. Im Rahmen des Projekts Regio-S-Bahn Donau-Iller ist ein Infrastrukturausbau der Brenzbahn geplant, um das Angebot zwischen Aalen, Heidenheim und Ulm zu verbessern. Der Mobilitätspakt Aalen – Heidenheim zielt darauf ab, die verschiedenen Verkehrsmittel zu vernetzen und zu optimieren.

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Für die Förderung des Radverkehrs und der Fußmobilität wurde das Fachportal „aktivmobil BW“ ins Leben gerufen, das Kommunen und Bürger über entsprechende Maßnahmen informiert. Ein besonderes Highlight ist das Projekt „radspaß – sicher e-biken“, das kostenlose Fahrsicherheitskurse für E-Bike-Nutzer anbietet. Zudem ist der Ostalbkreis seit April 2021 Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg“ (AGFK-BW), die Kommunen bei der Entwicklung einer aktiven Mobilitätskultur unterstützt.

Innovative Verkehrslösungen

Ein weiteres Beispiel für innovative Mobilitätslösungen ist das „fiftyFifty-Taxi“, das jungen Menschen an Wochenenden einen günstigen Nachhauseweg bietet und seit 2015 auch per App nutzbar ist. Der „StadtLandBus“ fungiert als Rufbus, der die Region außerhalb der regulären Fahrzeiten miteinander verbindet. Das Projekt „Komobil2035“ unterstützt Kommunen und Ehrenamtliche bei der Eröffnung neuer Verkehrsangebote und der Kooperation bestehender Initiativen. Seit 2020 koordiniert der Verkehrsverbund „OstalbMobil“ den kreisweiten ÖPNV und strebt ein strukturiertes Fahrplanangebot an. Die Digitalisierung des ÖPNV-Angebots im Ostalbkreis schreitet voran: Elektronische Fahrkartenbestellungen, kontaktloses Bezahlen im Bus und Echtzeit-Fahrgastinformationen verbessern die Nutzerfreundlichkeit erheblich.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Ostalbkreis sich auf einem vielversprechenden Weg in Richtung nachhaltiger Mobilität befindet. Mit dem notwendigen Engagement und der Unterstützung aller Beteiligten könnte die Region bald zu den Vorreitern in der Elektromobilität und aktiven Mobilitätskultur in Baden-Württemberg gehören.