50 Jahre Affenberg Salem: Ein Juwel der Natur und des Naturschutzes am Bodensee
Im malerischen Bodenseekreis gibt es ein ganz besonderes Juwel: den Affenberg Salem. Diesen Sommer feiert der Affenberg ein beeindruckendes Jubiläum – 50 Jahre! Geschehen ist das Ganze 1976, als das Affenfreigehege auf dem Mendlishauser Hof seine Tore öffnete. Mit über 20 Hektar Fläche ist es das größte Affenfreigehege Deutschlands und beherbergt knapp 200 Berberaffen, die sich hier in einem weitläufigen, natürlichen Lebensraum frei bewegen können.
Der Affenberg wurde von Baron Gilbert de Turckheim und Jacques Renaud gegründet, die zuvor bereits zwei Tierparks in Frankreich ins Leben gerufen hatten. Die ersten 164 Berberaffen kamen ursprünglich aus diesen französischen Parks – ein wahrhaft internationaler Anfang! Und während Berberaffen heute als gefährdete Art gelten, hatten sie in den 1970er-Jahren noch eine ganz andere Verbreitung. Auf dem Affenberg Salem leben die Affen mittlerweile in geschützten Sozialverbänden und bringen regelmäßig Nachwuchs zur Welt. Einmal gab es sogar einen Ausreißer, der aber schnell und problemlos zurückgebracht wurde – ein kleiner Schreckmoment in dieser harmonischen Oase.
Ein Ort der Bildung und des Naturschutzes
Der Affenberg ist nicht nur ein Ausflugsziel, sondern auch ein Ort der Aufklärungsarbeit und Umweltbildung. Hier wird intensiv über den Schutz der Berberaffen informiert. Tatsächlich hat der Affenberg in den 1980er-Jahren aktiv zur Erhaltung der Berberaffenpopulation in Marokko beigetragen, indem 600 Tiere wieder in die Freiheit entlassen wurden. Diese Initiative zeigt, wie ernst man es hier mit dem Thema Naturschutz nimmt. Das Konzept, sich auf eine Tierart zu konzentrieren und diese auf großzügigen Flächen zu halten, ermöglicht es den Berberaffen, ein Verhalten zu zeigen, das dem in freier Wildbahn sehr nahekommt.
Aber nicht nur die Affen sind eine Attraktion! Die größte freifliegende Storchenkolonie in Süddeutschland hat sich hier ebenfalls angesiedelt. Rund 50 Storchenpaare haben sich in den Renaturierungsprojekten der 1970er-Jahre wohlgefühlt, und heute kann man diese eleganten Vögel bei ihrem Flug bewundern. Und es gibt noch mehr – eine Damwildherde mit einem prächtigen Damhirsch und zahlreichen Hirschkühen und Jungtieren gibt es ebenfalls zu bestaunen.
Ein touristisches Highlight
Touristisch hat sich der Affenberg im Laufe der Jahre enorm entwickelt. Wo in den 1970er-Jahren noch etwa 100.000 Besucher jährlich gezählt wurden, sind es heute fast 400.000! In der Hochsaison sind bis zu 70 Mitarbeiter im Einsatz, um den Besuchern einen unvergesslichen Tag zu bescheren. Übrigens wird der Affenberg von März bis November täglich geöffnet, und zwar bei jedem Wetter. Der neue Baumwipfelpfad, der 2023 eröffnet wurde, bietet eine spannende Perspektive auf die Umgebung und ergänzt den Eingangsbereich, der frisch gestaltet wurde.
Besonders spannend ist das Konzept des Affenbergs, das keine trennenden Gitter oder Gräben zwischen den Tieren und den Besuchern vorsieht. Die Gäste bewegen sich auf festen Wegen durch den Wald und können die Berberaffen hautnah erleben. Diese Interaktion bringt die Menschen der Natur ein Stück näher und fördert das Verständnis für die Bedürfnisse der Tiere.
Forschung und Schutz
Der Affenberg Salem ist auch ein Forschungsstandort. Die Zusammenarbeit mit renommierten Institutionen wie dem Max-Planck-Institut und der Universität Zürich unterstreicht die Bedeutung des Affenbergs über seine Rolle als Tierpark hinaus. Hier wird nicht nur geforscht, sondern auch aktiv am Schutz und an der Erhaltung der Berberaffenpopulation gearbeitet. Die Bedeutung von Zuchtbüchern und Erhaltungszuchtprogrammen wird hier deutlich, und die Arbeit im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) zeigt, wie wichtig der Austausch zwischen Zoos und Tierparks ist, um die genetische Vielfalt zu sichern.
Der Affenberg Salem ist weit mehr als nur ein Ort, um Affen zu sehen. Er ist ein Ort des Lernens, des Staunens und des Naturschutzes, der die Besucher auf eine spannende Reise in die Welt der Berberaffen und ihrer Artgenossen mitnimmt. Ein Besuch dort ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich und lässt einen mit dem Gefühl zurück, Teil einer größeren Mission zu sein.
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